Onkologie

Fortschritten in der Krebstherapie verschrieben

Unsere Expertin Elena Nioutsikou entwickelt neue Lösungen für Magnetresonanz-Bildgebung in der Strahlentherapie und setzt sich für mehr Frauen im MINT-Bereich ein.

5 min
Meike Feder
Veröffentlicht am 31. Juli 2023

Seit sie bei Siemens Healthineers anfing, arbeitet Elena Nioutsikou an neuen Lösungen für Krebspatient*innen in der Strahlentherapie, insbesondere am Einsatz von Magnetresonanztomographie (MRT). MRT-Bilder können ein besseres Verständnis der Anatomie und Physiologie der Erkrankung ermöglichen – und damit bei der Entwicklung von fokussierteren Behandlungen mit weniger Nebenwirkungen unterstützen. Elena Nioutsikous Ziel ist es, die Lebensqualität der Patient*innen zu verbessern.

<p>Was definiert eine erfolgreiche Krebstherapie? „Was wirklich zählt ist denke ich nicht allein die Anzahl der Monate oder Jahre, die eine Behandlung den Patient*innen bringen kann, sondern wie gut sie in dieser Zeit leben können, und ob sie die Dinge tun können, die ihnen wichtig sind.“ Die Strahlenphysikerin Elena Nioutsikou ist bereits seit Jahrzehnten ist im Bereich der Radiotherapie tätig. Zunächst arbeitete sie als klinische Wissenschaftlerin in einem Krankenhaus in Großbritannien und als wissenschaftliche Mitarbeiterin im britischen Institute of Cancer Research.</p><p>&nbsp;“Strahlentherapie ist eine der am wenigsten toxischen Behandlungen für Krebs. Ich bin sehr dankbar in einer Position zu sein, in der ich neue Wege erkunden und dazu beitragen kann, die Lebensqualität für Krebspatient*innen zu verbessern“, sagt sie. 2008 kam sie zu Siemens Healthineers und arbeitete zunächst in der Produktdefinition und im Marketing. Inzwischen betreut sie in der <a href="Varian">Business Line Varian</a> ein Programm, das die Einführung und den klinischen Einsatz der Magnetresonanztomographie (MRT) in der Strahlentherapie fördern möchte.</p>
Varian hat sich zum Ziel gesetzt zu helfen, eine Welt ohne Angst vor Krebs zu schaffen. Als ein Siemens Healthineers Unternehmen arbeiten wir nun zusammen daran, mit einer breiteren Perspektive auf den Patient*innenpfad als je zuvor. Als ein Ergebnis davon hat sich unsere Vision für die Zukunft – und was wir für die Patient*innen schaffen können – erweitert und ist deutlich umfassender geworden. Mit unserem breiten Portfolios im Bereich der Bildgebung und Krebstherapie und der Dienstleistungen, die wir als ein gemeinsames Unternehmen anbieten, arbeiten wir gemeinsam an der Schaffung eines Onkologie-Ökosystems, das es ermöglicht, Gesundheitsanbieter entlang des gesamten Krebsversorgungspfads zu unterstützen.
Pioniere der Strahlentherapie
<p>Für Elena Nioutsikou hat die MRT-Bildgebung einen großen Vorteil für die Planung der Bestrahlung, weil sie Weichgewebe deutlich genauer sichtbar macht, als Röntgenstrahlen es können. Das ist besonders wichtig, wenn Krebspatient*innen für die Bestrahlung vorbereitet werden, da empfindliche Strukturen so besser von den zu bestrahlenden Bereichen abgegrenzt werden können. Außerdem können Ärzt*innen Veränderungen während der laufenden Therapie durch MR-Bildgebung schneller erkennen und Maßnahmen ergreifen. Diese Vorteile der MRT für die Therapieplanung und -ergebnisse hat auch eine Studie mit Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs bestätigt.<sup>1</sup></p><p>“MRT gibt eine zusätzliche Perspektive, wie der Tumor aussieht und sich verhält. Zudem zeigt sie die umgebende Anatomie sehr gut auf. Damit können diese klinischen Bilder helfen, auf die individuellen Patient*innen zugeschnittene Behandlungsstrategien zu entwickeln“, sagt Elena Nioutsikou. “ Das bedeutet nicht nur, dass deren Erkrankung zielgerichteter und effektiver behandelt werden kann, sondern auch dass potentiell mit der Behandlung verbundene Toxizität reduziert oder sogar ganz vermieden werden kann.“</p>


<p>Dennoch gibt es aus Sicht von Elena Nioutsikou noch einige Hürden: Zum Beispiel herrscht beim medizinischen Fachpersonal im Bereich der Strahlentherapie, die mit Röntgenstrahlen erfolgt, möglicherweise Unklarheiten über die Kernspinresonanz. Auf diesem physikalischen Prinzip beruht die MR-Bildgebung. „Magnetresonanz wird als kompliziert wahrgenommen – wir müssen sie also einfach nutzbar machen, in den Arbeitsauflauf integrieren und die Schulung des klinischen Personals unterstützen.“ Unser erster Schritt in diese Richtung ist die Einführung der Peer-to-Peer Austauschplattform <a href="https://www.magnetomworld.siemens-healthineers.com/hot-topics/mri-in-radiation-therapy" target="_blank">MAGNETOM World RT</a>.</p><p>Die Nutzung integrierter Lösungen und die Automatisierung von Arbeitsaufläufen haben das Potential, Krebserkrankten effektiver zu helfen. Ein Beispiel ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz als Hilfe bei der <a href="https://www.siemens-healthineers.com/de/radiotherapy/software-solutions/autocontouring" target="_blank">Konturierung von Organen</a><sup>2</sup>. „Organkonturierung schnell und gleichzeitig präzise zu erhalten ist eine der Stellschrauben für unser Ziel die Zeit von der Sprechstunde zum Beginn der Therapie zu verkürzen“, sagt Elena Nioutsikou. Ein früherer Therapiebeginn und das Verhindern des Krankheitsfortschritts kann den Unterschied für die Lebensqualität der Patient*innen machen.</p>

Was ist MRT?

Erfahren Sie mehr in diesem Youtube-Video

<p>Ein ganzheitlicher Ansatz ist auch erkennbar in Elena Nioutsikous Interesse, über einzelne Modalitäten hinaus Lösungen für Erkrankungen zu erforschen. Als „Principal Key Expert“ ist sie dafür in einer guten Position; das Netzwerk von <a href="Key%20Experts">Key Experts</a> unseren im gesamten Unternehmen verteilten Innovator*innen, tauscht sich regelmäßig zu neuen Ideen aus. Etwa im Rahmen der „Inspire Talks“, eine Art interne Ted-Talks. Elena Nioutsikou moderiert diese Veranstaltungen und nutzt sie, um Inspiration für ihre Arbeit zu erhalten – sei es in Form von Arbeitsweisen oder um tiefer in inhaltliche Themen einzutauchen: „Bei den Inspire Talks stellen Sprecher*innen verschiedener technologischer und innovativer Felder ihre Arbeit vor. Der aufregendste Teil ist meist die gemeinsame Diskussion. Ich wurde danach schon mehrfach von Kolleg*innen angesprochen, die mir erzählten dass sie durch die Veranstaltung in Kontakt kamen und nun gemeinsam an einem Patent schreiben“, erzählt sie.&nbsp;</p><p>Sich auszutauschen, gegenseitig in der Entwicklung von Lösungen zu inspirieren und diese mit unterschiedlichem Fachwissen weiterzuentwickeln und Ideen zu erlauben den Fortschritt voranzutreiben ist aus ihrer Sicht entscheidend für die Innovationskraft unseres Unternehmens: “Die Zeiten in denen eine Erfinder*in mit einer fertigen neuen Lösung aus dem einsamen Elfenbeinturm kommt, sind vorbei. Heutzutage müssen Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen und sich austauschen, aber auch viele Aspekte kritisch untersuchen. Unser Motto ist „vorwärts scheitern“ und diese sichere Umgebung, um auszuprobieren und sich zu äußern ist das Wichtigste. Dann haben wir die Möglichkeit einen Funken zu entzünden und etwas zu erschaffen, das ansonsten nicht existiert hätte.“</p>
Kolleg*innen mit ausgeprägter Innovationsfreude. Sie tauchen gerne tief in Ideen und Herausforderungen ein, um neue Wege der Problemlösung zu finden oder Prozesse, Produkte oder Lösungen zu verbessern. Für Siemens Healthineers sind diese innovativen Köpfe von entscheidender Bedeutung, da sie direkt zum wachsenden Portfolio beitragen und zukunftsorientiertes Denken fördern.
Elena Nioutsikou sitting on an orange bench and looking in the camera.
<p>Elena Nioutsikou setzt sich für Vielfalt ein. Im Rahmen ihrer Arbeit in bislang vier unterschiedlichen Ländern konnte sie immer wieder beobachten, wie diverse Teams besonders erfolgreich sind. Innerhalb von Siemens Healthineers ist sie eine Fürsprecherin von weiblichen Blickwinkeln. Um selbst Einfluss zu nehmen, engagiert sie sich intensiv bei StepUp, einem der globalen Frauennetzwerke von Siemens Healthineers. Sie arbeitet daran, die Teamvielfalt durch eine stärkere Vertretung von Frauen in allen Funktionen und Ebenen zu erhöhen. “Vorbilder sind meiner Ansicht nach sehr wichtig. Du kannst nicht erstreben, was du nie gesehen hast. Wenn unsere jungen Kolleginnen nie weibliche key experts sehen, werden sie sich über diese Karriereoption vielleicht gar keine Gedanken machen, auch wenn sie die Fähigkeiten und Fertigkeiten haben.“&nbsp;</p><p>Und auf unterschiedliche Perspektiven kommt es an, um die bestmöglichen Lösungen, auch in der Strahlentherapie, zu erarbeiten: “Nur wenn wir diverser werden – auch über unsere Hintergründe, Geschlecht und Alter hinaus – können wir Pionierarbeit im Gesundheitswesen für alle, überall, leisten. Ansonsten wird jede Stereotypie, jedes Vorurteil das wir als Menschen haben, unsere Lösung limitieren. Je breiter unser Blick als team ist, umso breiter ist auch die Anwendbarkeit unserer Lösungen.“ Und davon können Krebs-Patient*innen auf der ganzen Welt profitieren – und Zeit bekommen um zu tun, was für sie wichtig ist.</p>

Von Meike Feder

Meike Feder ist Redakteurin bei Siemens Healthineers. Ihr Fokus liegt auf Themen rund um die Patient*innenversorgung.