Die Collage zeigt verschiedene Lernsituationen.
Zugang zu Gesundheitsversorgung

Partnerschaften bilden, um Personal im Gesundheitswesen zu qualifizieren

Ein weltweiter Mangel an medizinischem Personal nimmt Milliarden Menschen den Zugang zur Versorgung. Bevölkerungswachstum, eine steigende Lebenserwartung und die zunehmende Belastung durch übertragbare und nicht übertragbare Krankheiten bringen Gesundheitssysteme weltweit an ihre Grenzen. Partnerschaften und Trainingsprogramme schließen diese Lücke und stärken widerstandsfähige Gesundheitssysteme – von Indonesien bis zur Ukraine.
5min
Shelley Pascual
Veröffentlicht am 30. Januar 2026
Menschen in Schwellenländern – ebenso wie jene in ländlichen oder unterversorgten Regionen in Industrieländern – haben oft Schwierigkeiten, selbst grundlegende Leistungen zu erhalten. Gründe dafür können unter anderem große Entfernungen, unzureichende Infrastruktur oder finanzielle Hürden sein. Der weltweite Mangel an qualifizierten Gesundheitsfachkräften verschärft diese Herausforderung zusätzlich.
Wie kann Kapazitätsaufbau dazu beitragen, medizinische Ergebnisse zu verbessern? Welche Rolle spielen Trainingszentren vor Ort in Zeiten des Online-Lernens? Und wie sieht effektive Weiterbildung in der Praxis aus?
Bis 2030 werden 11 Millionen Mitarbeitende im Gesundheitswesen fehlen.
„Der Umbau von Gesundheitsökosystemen erfordert langfristige Partnerschaften statt einmaliger Transaktionen“, sagt Hagen Weissapfel, Leiter des Bereichs Kapazitätsaufbau in Schwellenmärkten bei Siemens Healthineers. „Wir investieren über Jahrzehnte in die Verbesserung der Gesundheitsversorgung – indem wir klinische Fähigkeiten aufbauen, den Zugang erweitern und den Erfolg unserer Kundschaft sichern. Durch vertrauensvolle Zusammenarbeit wachsen wir gemeinsam mit den Gesundheitssystemen und verbessern die Versorgungsergebnisse im jeweiligen Länderkontext.“


Aufbauend auf einer 30jährigen Partnerschaft mit der American Society of Radiologic Technologists (ASRT) führen wir hochwertige Trainings für Radiologietechnolog*innen und Radiograph*innen in unterversorgten Ländern weltweit ein. Diese Fachkräfte im Umgang mit bildgebenden Verfahren und Strahlentherapiegeräten auszubilden, ist entscheidend für die Diagnose und Behandlung schwerer Erkrankungen wie Krebs und Herz-Kreislauf-Leiden.

„Vertrauen und Beziehungen sind entscheidend für den Erfolg jeder Partnerschaft“, sagt Melissa Culp, Geschäftsführender Vizepräsident für Mitgliederengagement bei ASRT, und betont, dass wir Inhalte gemeinschaftlich entwickeln – zugeschnitten auf die Bedürfnisse einzelner Länder. „Unser erstes Projekt findet in der Ukraine statt.“

Erfahren Sie mehr in unserer Podcast-Folge (Englisch)

Scaling education to advance health for all
Scaling education to advance health for all
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31 Minuten verbleibend
Learn how education and training – scaled through digital innovation and local partnerships – can transform access to care for underserved communities.

Mit lokalem Know-how von Siemens Healthineers und der Bildungsexpertise der ASRT haben wir einen Lehrplan entwickelt, um 120 ukrainische Radiograph*innen durch Präsenztrainings und Online-Sitzungen auszubilden. Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem ukrainischen Gesundheitsministerium stattet das Programm medizinisches Fachpersonal mit den Fähigkeiten aus, die notwendig sind, um Patient*innen Zugang zu essenzieller diagnostischer Versorgung zu ermöglichen. Durch die Standardisierung von Ausbildungsplänen, die landesweit an moderne medizinische Geräte und Bildgebungsprozesse angepasst sind, stärkt die Initiative das ukrainische Gesundheitssystem und seine langfristige Widerstandsfähigkeit.

Nichtübertragbare Krankheiten sind für 82% der Todesfälle in Ägypten verantwortlich.
„Trainingszentren vor Ort bringen Menschen zusammen – als zentrale Orte, an denen Lernende in hybriden Ausbildungen Beziehungen aufbauen, Ideen austauschen und tragfähige Netzwerke schaffen“, sagt Weissapfel.
Unser Ausbildungsstandort in Ägypten zeigt diese Wirkung deutlich: Seit 2018 haben dort über 3.000 medizinische Fachkräfte aus 20 Ländern Fähigkeiten aufgebaut, die ihre lokalen Gesundheitsökosysteme gestärkt haben. „Durch die Kombination von praxisnahem Training vor Ort mit digitaler Nachbetreuung schaffen wir skalierbare Kompetenznetzwerke, die Kund*innen klinisch und operativ erfolgreich machen“, erklärt Weissapfel.

Von Polen bis zu den Philippinen tragen unsere weltweiten Trainingszentren dazu bei, qualifizierte Fachkräfte im Gesundheitswesen aufzubauen. In Jakarta, Indonesien, verfügt das neu eröffnete Cardiac Care Training Center (CCTC) über 11 hochmoderne digitale Bildgebungsarbeitsplätze sowie direkten Zugang zu verschiedenen bildgebenden Systemen innerhalb des klinischen Umfelds des Harapan Kita National Heart Center. Das Zentrum soll jährlich über 9.500 Gesundheitsfachkräfte ausbilden und mit mehr als 560 überweisenden Krankenhäusern im indonesischen Archipel vernetzt werden – und damit lokale Expertise stärken sowie skalierbares, wirkungsvolles Training unterstützen.

Für ein weiteres Beispiel von erfolgreichem Kompetenzaufbau verweist Weissapfel auf unsere Partnerschaft mit der Global Surgery Foundation (GSF), in deren Rahmen wir kostenlose Onlinekurse auf der SURGhubPlattform entwickeln. Diese Module, die inzwischen Teil des wachsenden SURGhub-Katalogs mit über 100 Kursen sind, stärken die Fähigkeiten und das Selbstvertrauen von medizinischem Personal in verschiedenen chirurgischen Fachgebieten – einschließlich Schulungen für den sicheren und effektiven Einsatz von C-Bögen, eine Fähigkeit, die in ressourcenschwachen Umgebungen von entscheidender Bedeutung ist.
“SURGhub war wirklich ein GameChanger. Die Plattform bietet mittlerweile weltweit über 30.000 Nutzer*innen Zugang zu hochwertigem chirurgischem Training, sagt Geoff Ibbotson, Chirurg und Executive Director der GSF, mit Blick auf das Feedback von Anwender*innen in solchen Regionen. Er erklärt, dass die Kurse speziell für herausfordernde infrastrukturelle Bedingungen konzipiert sind, sodass sogar Technolog*innen mit unzuverlässiger Stromversorgung und langsamer Internetverbindung das Modul zur Strahlenschutzschulung absolvieren können. Weissapfel ergänzt: „Das kann den entscheidenden Unterschied machen, indem es ihnen das nötige Vertrauen und die Fähigkeiten vermittelt, das Gerät endlich für Patient*innen in Not einzusetzen.“
Um die Lücke in der Versorgung mit medizinischem Personal zu schließen, sind Zusammenarbeit, Innovation und Engagement gefordert. Indem wir globale Expertise mit lokalem Wissen verbinden, schaffen wir nachhaltige Trainingslösungen, die Fachkräfte befähigen und Gesundheitssysteme weltweit stärken — damit jeder Patient und jede Patientin überall die Versorgung erhält, die sie und er verdienen.

Protraitfoto der Redakteurin Shelley Pascual
Protraitfoto der Redakteurin Shelley Pascual
Von Shelley Pascual
Shelley ist eine ehemalige Journalistin und arbeitet als Redakteurin bei Siemens Healthineers mit Schwerpunkt auf Zugang zu Gesundheitsversorgung.