Medizinische Fachkraft hinter einem Untersuchungstisch in einem abgedunkelten Raum für Bildgebung.
Nachhaltigkeit

Wie die Hakuhokai-Gruppe die zirkuläre Medizintechnik in Japan vorantreibt

Mit Aufarbeitung, Upgrades und Initiativen für erneuerbare Energien zeigt die Hakuhokai-Gruppe, wie Kreislaufwirtschaft eine nachhaltige Gesundheitsversorgung unterstützt.
8min
Mareike Rath und Marcus Klein
Veröffentlicht am 6. November 2026
Von jahrhundertealten Tempeln bis hin zu Hochgeschwindigkeitsbahnnetzen – Japan wird oft als ein Ort beschrieben, an dem Tradition und Innovation nebeneinander bestehen. Dies gilt auch für die 1962 in der Küstenstadt Ako gegründete Hakuhokai-Gruppe. Als ein führender Gesundheitsversorger Japans versorgt das Unternehmen seit mehr als sechs Jahrzehnten Menschen im ganzen Land. Während das Engagement für die Behandlung der Patient*innen unverändert bleibt, sucht die Hakuhokai-Gruppe kontinuierlich nach neuen Wegen, um die Herausforderungen des modernen Gesundheitswesens zu bewältigen. Dazu gehört die effiziente Nutzung von Ressourcen, ökologische Verantwortung und langfristige Resilienz.

Mit dem Ako Zentralkrankenhaus als Flagschiff erforscht die Hakuhokai-Gruppe, wie sich moderne Technologie, ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen und langfristiges Denken verbinden lassen. Ziel ist eine hochwertige medizinische Betreuung bei möglichst geringen Auswirkungen auf die Umwelt. Diese Denkweise spiegelt sich auch in der Gesundheitsstrategie der Gruppe wider, wie der Vorstandsvorsitzende Motohisa Kojo erläutert: „Unser zentraler Auftrag und unsere Philosophie bestehen darin, die Menschen in den von uns versorgten Gemeinschaften zum richtigen Zeitpunkt angemessen und bestmöglich zu behandeln und ihre Gesundheit zu schützen. Deshalb ist Nachhaltigkeit kein vom Gesundheitswesen getrenntes Thema, sondern ein Teil davon.“

Diese Philosophie prägt auch die Investitionen der Hakuhokai-Gruppe in medizinische Systeme. Neben Leistung, Geschwindigkeit und Bildqualität spielt Nachhaltigkeit bei der Beschaffung eine wichtige Rolle. Die Gruppe berücksichtigt deshalb sowohl klinische Anforderungen als auch die Auswirkungen auf die Umwelt. Ein aktuelles Beispiel ist die Anschaffung des aufgearbeiteten Angiografiesystems Artis zee floor von Siemens Healthineers. Dabei berücksichtigte die Hakuhokai-Gruppe neben der klinischen Leistungsfähigkeit auch Lebenszyklusfaktoren wie die Wiederverwendung von Materialien, den Energieverbrauch und die Ressourceneffizienz.


Foto von Yusuke Sakurai

Laut Mitsuru Kadono, Leiter der Radiologie am Ako Zentralkrankenhaus, erfüllt das Artis zee floor eco die Anforderungen im klinischen Alltag vollkommen. Das zeigt, dass auch aufgearbeitete Systeme die notwendige Leistung bieten können.

Medizinische Bildgebungsanlage mit Untersuchungstisch und einer medizinischen Fachkraft.

Neben dem Kauf aufgearbeiteter Systeme setzt die Hakuhokai-Gruppe auch auf Upgrades, wenn dies klinisch sinnvoll ist. Das Aufrüsten vorhandener Technologie ist ein wichtiger Bestandteil ihres verantwortungsvollen Ressourcenmanagements. So lässt sich die Leistungsfähigkeit verbessern und vorhandene Systeme lassen sich länger nutzen. Ein Beispiel ist das MAGNETOM Avantofit Upgrade: Statt den vorhandenen Magnetresonanztomographen (MRT) zu ersetzen, modernisierte das Krankenhaus es. So lässt es sich länger nutzen und bietet zugleich neue Funktionen.

MRT-System mit Patiententisch in einem Untersuchungsraum.

Für die Hakuhokai-Gruppe bedeutet Nachhaltigkeit mehr als aufgearbeitete oder aufgerüstete Systeme. Sie möchte auch die Umweltauswirkungen ihrer Einrichtungen und Betriebsabläufe reduzieren. Eine weitere Versorgungseinrichtung nutzt beispielsweise ausschließlich erneuerbaren Strom aus einer großflächigen Solaranlage. Verbleibende Emissionen werden durch Aufforstungsprojekte ausgeglichen.

„Das Gesundheitswesen soll die Gesundheit verbessern. Das muss gelingen, ohne die Gesellschaft und die Umwelt zu belasten, in die die Patient*innen zurückkehren“, sagt Kojo. „Die Gesundheit der Menschen zu schützen bedeutet auch, die Umwelt zu schützen, in der sie leben.“


Solarmodule hinter dicht belaubten Bäumen auf dem Gelände einer medizinischen Einrichtung.

Nachhaltigkeit wird für Gesundheitsversorger immer wichtiger. Gleichzeitig fehlen im Gesundheitswesen weiterhin allgemein anerkannte Standards, um die Umweltauswirkungen beim Kauf medizinischer Systeme zu bewerten. Für die Hakuhokai-Gruppe helfen Umweltdaten dabei, Nachhaltigkeitsziele in messbare Kriterien für die Beschaffung zu übersetzen und fundierte Kaufentscheidungen zu treffen.

Lebenszyklusanalysen (Lifecycle Assessments, LCAs) zeigen beispielsweise, dass die Aufarbeitung eines Artis zee floor Systems die materialbezogenen CO₂e-Emissionen im Vergleich zur Herstellung eines neuen Systems um bis zu 36 Prozent reduzieren kann.[1]

„Wenn wir zusätzlich Daten erhalten, die beispielsweise zeigen, wie sich durch den Einsatz eines solchen Systems Emissionen reduzieren lassen, können wir die Entscheidung anders begründen: Wir kaufen nicht einfach ein günstigeres System, sondern wählen eine Lösung, die die Umwelt berücksichtigt und gleichzeitig den medizinischen Anforderungen in der Region entspricht“, erklärt Sakurai.

Durch die Zusammenarbeit mit Siemens Healthineers nutzt die Hakuhokai-Gruppe moderne medizinische Systeme, die mit Blick auf Kreislauffähigkeit entwickelt wurden. So verbindet die Gruppe klinische Anforderungen mit ihren Nachhaltigkeitszielen. Siemens Healthineers unterstützt sie außerdem dabei, Systeme länger zu nutzen und nachhaltigere Entscheidungen zu treffen.

„Siemens Healthineers ermöglicht es uns, alle Abteilungen mit Geräten auszustatten, die bestimmte Standards erfüllen, darunter auch bildgebende Systeme auf höchstem Niveau. Für uns ist es wichtig, eine hohe Qualität der medizinischen Versorgung zu gewährleisten und gleichzeitig die Beschaffungskosten in einem angemessenen Rahmen zu halten“, erklärt Kojo.

Für die Hakuhokai-Gruppe ist Nachhaltigkeit heute Teil der täglichen Entscheidungen. Von der Beschaffung medizinischer Systeme bis zum Betrieb ihrer Einrichtungen zeigt die Gruppe, wie Kreislaufwirtschaft zu einer nachhaltigeren Gesundheitsversorgung beitragen kann. Kreislauffähigkeit ist dabei kein eigenständiges Ziel, sondern ein Weg, um langfristig hochwertige medizinische Leistungen zu ermöglichen.


Von Mareike Rath und Marcus Klein
Mareike Rath ist Global Marketing Manager für Lifecycle Products mit Schwerpunkt auf aufbereiteten und generalüberholten Systemen sowie Kreislaufwirtschaft.

Marcus Klein ist Redakteur bei Siemens Healthineers und spezialisiert auf Technologie und Nachhaltigkeit.