Frauen und TORCH Infektionen

Frauen und TORCH

Einige Infektionskrankheiten können auf schwangere Frauen übertragen werden und weiter auf ihre Babys, wodurch das Risiko von Fehlgeburten, Geburtsfehlern und Entwicklungsproblemen erhöht wird. Diese Infektionen werden unter dem Begriff TORCH-Infektionen zusammengefasst und umfassen Toxoplasmose, sonstige (z.B. Syphilis, HIV), Röteln, Cytomegalievirus (CMV) und Herpes-simplex Virus.

Es ist wichtig, dass Frauen über diese Krankheiten und deren Risiken aufgeklärt werden, im Idealfall vor einer Schwangerschaft. Für einige dieser Krankheiten sind Impfungen erhältlich und ferner können Vorsichtsmassnahmen wie häufiges Händewaschen ebenfalls der Krankheitsprävention dienen. Der beste Weg für eine Frau, ihr ungeborenes Kind vor kongenitalen Krankheiten zu schützen, ist, sich selbst zu schützen.1

 

  • Weltweit sind kongenitale HIV-Infektionen die Hauptursache für Morbidität und Mortalität bei Säuglingen und Kindern. Sie sind verantwortlich für schätzungsweise 4 Millionen Todesfälle seit Beginn der HIV-Pandemie.2
  • CMV ist der häufigste Virus, der während der Schwangerschaft übertragen wird, und betrifft etwa 0.5–1.5% der Geburten.3 Ungefähr 40% der maternalen CMV-Infektionen während der Schwangerschaft führen zu einer kongenitalen Infektion.4
  • Bei schwangeren Frauen mit unbehandelter früher Syphilis kommt es bei 25% der Schwangerschaften zu Fehlgeburten und neonatalen Todesfällen. Die gesamte perinatale Mortalitätsrate beträgt ca. 40%.5

 

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Risikofaktoren

Was verursachen diese TORCH-Infektionen in utero?

Ein Fetus kann sich in utero mit einer TORCH-Infektion anstecken, wenn die Mutter infiziert ist und die Erreger über ihr Blut zum Baby gelangen.

Der sich entwickelnde Fetus ist sehr anfällig für Krankheiten, da sein Immunsystem noch nicht stark genug ist, um eine Infektion permanent zu bekämpfen.

Da das Baby in utero eine Infektion nicht vollständig ausmerzen kann, verbleibt die Krankheit im Körper und kann verhindern, dass sich die empfindlichen Organe des Kindes korrekt entwickeln.6

 

Risikofaktoren für kongenitale Infektionskrankheiten

Syphilis ist eine von mehreren Infektionskrankheiten, die zu Schwangerschaftskomplikationen führen können und bei dem sich entwickelnden Fetus Geburtsfehler verursachen. Die Auswirkungen dieser Infektionskrankheiten, die Komplikationen verursachen können, reichen von Fehl- oder Frühgeburten bis zu kongenitalen Defekten wie geistige Behinderung, Blindheit, Leber-, Nieren- oder Herzerkrankungen und sogar Säuglings- oder Kindstod.

Cytomegalievirus (CMV) ist ein doppelsträngiger DNA-Herpesvirus und repräsentiert die häufigste kongenitale Virusinfektion. Die Seropositivrate von CMV steigt mit dem Alter an. Weitere Faktoren, die das Infektionsrisiko beeinflussen, sind geographische Lage, sozioökonomische Klasse und Arbeitsexposition. CMV-Infektionen erfordern engen Kontakt mit Speichel, Urin und/oder anderen Körperflüssigkeiten. Mögliche Übertragungswege sind sexueller Kontakt, Organtransplantation, transplazentale Übertragung, Übertragung durch Muttermilch und Bluttransfusionen (selten).7

Bei den meisten TORCH-Organismen basiert das initiale Screening auf dem Nachweis von Antikörpern gegen den Organismus. Im Allgemeinen stellen TORCH-Infektionen ein höheres Risiko für Fetus und Neugeborenes dar, wenn die Mutter während der Schwangerschaft eine aktive Infektion zeigt. Primärinfektionen (neue Infektionen, erworben während der Schwangerschaft) sind normalerweise schädlicher als sekundäre oder reaktivierte Infektionen.

Symptome

Die Symptome und Anzeichen einer vertikal übertragenen Infektion hängen vom jeweiligen Pathogen ab. In vielen Fällen kommt es zu subtilen Symptomen, wie bei einer Grippe-ähnlichen Erkrankung, und können von der Mutter während der Schwangerschaft nicht einmal bemerkt werden. In solchen Fällen werden die Auswirkungen erst bei der Geburt sichtbar.

Symptome einer vertikal übertragenen Infektion können Fieber und schlechte Nahrungsaufnahme sein. Ausserdem ist das Neugeborene oft zu klein für das Gestationsalter. Es kann zu einem petechialen Hautausschlag kommen, mit kleinen rötlichen oder violetten Punkten, aufgrund von Blutungen aus Kapillaren unter der Haut. Des Weiteren können Hörstörungen, Augenprobleme, geistige Behinderungen, Autismus und Tod die Folgen von vertikal übertragenen Infektionen sein. Häufig kommt es bei der Mutter zu einer leichten Infektion mit wenigen oder keinen Symptomen.8

 

Lösungen

 

Toxoplasma IgM

            X

                    X

Toxoplasma IgG

            X

                    X

Syphilis

            X*

                    X

Rubella IgM

            X

                    X

Rubella IgG

            X

                    X

CMV IgM

            X**

                    X

CMV IgG

            X**

                    X

Herpes I and II IgG

 

                    X

Screening

Im Allgemeinen bestimmen Patientengeschichte und Risikofaktoren die prä- und perinatalen Tests der Mutter auf TORCH-Organismen. Diese Tests werden im ersten Schwangerschaftstrimester durchgeführt, und auch das Neugeborene kann auf Grundlage der klinischen Vorgeschichte auf spezifische TORCH-Organismen getestet werden.9,10 Für die meisten TORCH-Organismen basiert der initiale Screening-Test auf dem Nachweis von Antikörpern gegen den Organismus.

 

  • Das Screening auf die gängigsten infektiösen Substanzen mit Hilfe der TORCH-Palette unterstützt die Prävention vieler potentieller Geburtsfehler, da einige der TORCH-Infektionen wirksam behandelt werden können, wenn die Mutter die Diagnose früh in der Schwangerschaft erhält.11
     
  • Der Test auf TORCH-Organismen kann Feten und Neugeborene mit einem signifikanten Risiko identifizieren. Serologische TORCH-Tests können eine Infektion nachweisen und erleichtern eine geeignete Behandlung, dadurch wird das Risiko für Geburtsfehler und Verlust des Fetus wirksam reduziert.
     
  • Prävention: Einige der vertikal übertragenen Infektionen, wie Toxoplasmose und Syphilis, können mit Antibiotika wirksam behandelt werden, wenn die Krankheit bei der Mutter in der Frühschwangerschaft diagnostiziert wird. Röteln und Windpocken können durch eine Impfung der Mutter vor der Schwangerschaft vorgebeugt werden. Zeigt die Mutter eine aktive Infektion mit Herpes simplex, kann ein Kaiserschnitt das Neugeborene vor Kontakt mit dem Virus schützen und so eine Folgeinfektion verhindern. Schritte zur Prävention einer CMV-Infektion umfassen, Kontakt mit Urin oder Speichel infizierter Kinder vermeiden, häufiges Händewaschen bei Füttern oder Pflege von Kindern.8,12

 

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