Schilddrüsenkrankheiten bei Frauen

Schilddrüsenkrankheiten bei Frauen

Eine Schilddrüsenkrankheit bezeichnet jede gut- oder bösartige Erkrankung, welche die Struktur oder die Funktion der Schilddrüse beeinflusst1 und sich auf die für einen korrekten Stoffwechsel erforderliche Hormonbildung auswirkt.

Häufige Manifestationen von Schilddrüsenkrankheiten bei Frauen umfassen Hypothyreose, Hyperthyreose und Schilddrüsenkrebs. Die weltweit häufigste Ursache von Schilddrüsenstörungen ist Jodmangel. In Regionen, in welchen Jodmangel keine Rolle spielt, wie den USA, sind Schilddrüsenerkrankungen bei Frauen im Allgemeinen das Resultat von Autoimmunerkrankungen.2

 

Schilddrüsenkrankheiten können jeden betreffen und in jedem Alter, am häufigsten treten sie jedoch bei Frauen auf.3

 

  • Weltweit besteht für 1 Milliarde Menschen ein Risiko für Jodmangel, der zu Schilddrüsenkrankheiten führen kann.4
  • Es wird geschätzt, dass 200 Millionen Menschen weltweit an einer Form von Schilddrüsenkrankheit leiden.5
  • Hypothyreose und Hyperthyreose sind bei Frauen 10 Mal häufiger als bei Männern.6

 

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Schilddrüsenkrankheiten

Wenn die Schilddrüse überaktiv wird und zu viel Schilddrüsenhormon produziert, kommt es zur Hyperthyreose. Die häufigste Ursache von Hyperthyreose bei Frauen ist die Autoimmunkrankheit Morbus Basedow, bei der Antikörper gegen die Schilddrüse gebildet werden und diese zu einer verstärkten Hormonproduktion anregen.

Morbus Basedow
Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer Schilddrüsenüberfunktion führt - Hyperthyreose. Morbus Basedow ist die häufigste Ursache für Hyperthyreose. Er wird durch eine krankhafte Immunantwort ausgelöst, die dazu führt, dass die Schilddrüse zu viel Schilddrüsenhormon bildet. Am häufigsten ist Morbus Basedow bei Frauen über 20.


Auch wenn jeder einen Morbus Basedow entwickeln kann, gibt es eine Anzahl von Faktoren, die das Krankheitsrisiko erhöhen können. Zu diesen Risikofaktoren gehört folgendes:

  • Familiengeschichte
  • Geschlecht - Frauen entwickeln mit höherer Wahrscheinlichkeit Morbus Basedow als Männer, mit einer Rate von 7:1.
  • Alter - Morbus Basedow entwickelt sich gewöhnlich bei Menschen unter 40.
  • Andere Autoimmunerkrankungen
  • Emotionaler oder physikalischer Stress
  • Schwangerschaft oder kürzliche Geburt
  • Rauchen


Häufige Anzeichen und Symptome von Morbus Basedow bei Frauen:

  • Reizbarkeit
  • Schlafstörungen
  • Erschöpfung
  • Schneller oder unregelmässiger Herzschlag
  • Leichter Tremor in Händen oder Fingern
  • Verstärktes Schwitzen oder warme, feuchte Haut
  • Wärmeempfindlichkeit
  • Gewichtsverlust, trotz normaler Essgewohnheiten
  • Vergrösserung der Schilddrüse (Kropf)
  • Veränderungen des Menstruationszyklus
  • Hervortretende Augen (endokrine Orbitopathie)
  • Dicke, rote Haut, für gewöhnlich an den Schienbeinen oder an der Oberseite der Füsse (Myxödem) 

Hypothyreose bei Frauen
Wenn die Schilddrüse unteraktiv ist, entsteht eine Hypothyreose. Dies kann aufgrund einer unzureichend angelegten Schilddrüse bei Geburt oder operativer Entfernung (ganz oder partiell) auftreten, oder weil die Fähigkeit verloren geht, ausreichend Schilddrüsenhormone zu bilden. Eine der häufigsten Ursachen von Hypothyreose bei Frauen ist die Autoimmunkrankheit Hashimoto-Thyreoiditis, bei welcher nach und nach Antikörper gegen die Schilddrüse gerichtet werden und deren Fähigkeit Schilddrüsenhormone zu bilden zerstört wird.

Weltweit liegt die Prävalenz von Hashimoto-Thyreoiditis bei 1%, aber subklinische Hypothyreosen betreffen 4% der Bevölkerung. Frauen bilden den grössten Teil der Patienten mit einer Rate von 8:1 Frauen gegenüber Männer.8


Risikofaktoren umfassen:

  • Familiengeschichte: Verwandte mit autoimmunen Schilddrüsenkrankheiten
  • Alter: Hypothyreose kann in jedem Alter auftreten, aber das Risiko steigt mit zunehmendem Alter.
  • Geschlecht: Hypothyreose ist bei Frauen häufiger als bei Männern. Sie tritt häufiger bei jungen Frauen als bei jungen Männern auf, aber mit zunehmendem Alter beginnen die Männer aufzuholen.
  • Ethnische Zugehörigkeit: Hypothyreose betrifft häufig Menschen mit kaukasischem oder asiatischem Hintergrund. Afro-Amerikaner haben ein niedrigeres Risiko.
  • Vorhandensein von anderen Autoimmunerkrankungen
  • Down-Syndrom oder Turner-Syndrom
  • Die Hypothyreoserate nimmt zu:
  • während der Schwangerschaft
  • nach der Geburt
  • während der Menopause


Hypothyreose-Symptome scheinen sich bei Frauen langsam, oft über mehrere Jahre hinweg, zu entwickeln. Folgende Symptome können auftreten:

  • Trockene, juckende Haut
  • Trockenes, drahtiges Haar
  • Haarausfall
  • Leichte Gewichtszunahme, und Schwierigkeiten abzunehmen
  • Langsamer Denkprozess, Gedächtnisverlust
  • Erschöpfung
  • Häufigere und schwere Muskelkrämpfe und Gelenkschmerzen
  • Aufgeschwemmtes Gesicht
  • Stärkere und/oder häufigere Menstruationsblutungen
  • Kropf (Schwellung an der Vorderseite des Halses durch die Vergrösserung der Schilddrüse)
  • Verlangsamte Herzfrequenz
  • Leicht erhöhter Blutdruck
  • Höherer Cholesterinspiegel

Schilddrüse & Schwangerschaft

Schilddrüsenkrankheiten & Schwangerschaft

Schilddrüsenkrankheiten sind die zweithäufigsten endokrinen Störungen während der Schwangerschaft. Hypothyreose ist assoziiert mit Infertilität und Fehlgeburt, Während der Schwangerschaft können Komplikationen auftreten wie Präeklampsie, Plazentaablösung, frühzeitige Wehen und postpartale Blutungen. Auch der Säugling kann betroffen sein und Probleme bei der neuronalen Entwicklung und ein geringes Geburtsgewicht aufweisen.11 Ausserdem sind 4-10% der Frauen von der postpartalen Thyreoiditis (PPT) betroffen.

PPT ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die im ersten Jahr nach der Geburt auftritt.12 Schwangere Frauen mit Morbus Basedow können andererseits Neugeborene mit Hyperthyreose gebären. Vor oder während der Schwangerschaft ist es daher wichtig, dass der Schilddrüsenstatus der Frau bekannt ist, damit die Schwangerschaft erfolgreich verläuft. Bei Müttern mit diagnostizierter Schilddrüsenkrankheit kann korrekte Behandlung und Überwachung Schwangerschaftskomplikationen vorbeugen.

 

Schilddrüsenkrankheiten

Schilddrüsenkrebs bildet sich in der Schilddrüse und ist die häufigste endokrine Krebsform mit einer weltweit steigenden Inzidenzrate. Es gibt vier Haupttypen von Schilddrüsenkrebs, die danach unterteilt sind, wie die Krebszellen unter dem Mikroskop erscheinen: papillär, follikullär, medullär und anaplastisch.13 Meistens wächst Schilddrüsenkrebs sehr langsam und kann erfolgreich geheilt oder behandelt werden. Nur anaplastischer Schilddrüsenkrebs, der 1% aller Krebserkrankungen der Schilddrüse ausmacht, wächst schnell und ist schwer zu kontrollieren. 

 

Die Inzidenz von Schilddrüsenkrebs ist weltweit steigend. Dies kann daran liegen, dass mit neuen, sensitiveren Diagnosemethoden mehr kleine Tumoren nachgewiesen werden können sowie an der Zunahme der Gesamtanzahl von Krebserkrankungen als mögliche Konsequenz von Strahlung oder anderen unentdeckten Umweltkarzinogenen.14

 


  • Geschlecht und Alter: Bei Frauen besteht eine dreimal höhere Wahrscheinlichkeit Schilddrüsenkrebs zu entwickeln als bei Männern. Bei Frauen wird die Diagnose meistens im Alter von 40-50 gestellt, bei Männern zwischen 60 und 80 Jahren.
  • Jodarme Ernährung: Zunahme von follikulärem Schilddrüsenkrebs
  • Strahlung: Exposition kann aus bestimmten medizinischen Behandlungen (z.B. Hals-Bestrahlungen in der Kindheit), radioaktivem Niederschlag nach Kraftwerksunfällen oder Nuklearwaffen resultieren.
  • Erbliche Bedingungen und Familiengeschichte: Besonders medullärer Schilddrüsenkrebs 


Symptome von Schilddrüsenkrebs bei Frauen zeigen sich typischerweise nicht frühzeitig und werden meist im Rahmen einer Routineuntersuchung entdeckt. Die Schilddrüse ist eine kleine Drüse (nicht grösser als ein Geldstück) und kann normalerweise nicht durch die Haut ertastet werden. Schwellungen oder ein Knoten im Hals sind die häufigsten Symptome von Schilddrüsenkrebs. Wenn der Tumor grösser wird, beginnen auch andere Symptome aufzutreten, wie Schluckbeschwerden und Heiserkeit.

Lösungen

Siemens Healthcare Diagnostics bietet eine vollständige Lösung für die gesamte Diagnose und das Monitoring von Schilddrüsenkrankheiten:

  • Umfassendes Schilddrüsenmenü auf den Plattformen IMMULITE® und ADVIA Centaur®. Die wichtigsten Tests auf Schilddrüsenhormone sind für Dimension Vista® und Dimension® Integrated Chemistry Systeme erhältlich.
  • Vom initalen Screening und der Diagnose über ultraschallgeführte Biopsieverfahren - Siemens ACUSON® Systeme bieten eine Reihe von erschwinglichen, hochauflösenden Ultraschallprodukten für die Auswertung und das Management von Schilddrüsenkrankheiten.

 


 

ADVIA Centaur Systems
Dimension Systems
Dimension EXL Systems
Dimension Vista Systems
IMMULITE Systems

Bildgebende Systeme von Siemens

Nachweis

 

 

 

 

 

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Anti-Tg

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Anti-TPO

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FT3

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FT4

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T Aufnahme

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T3

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Behandlung

 

 

 

 

 

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