Fortbildung im FokusEducation Management Check und Education Plan am Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg

30.03.2016

Um das eigene Fortbildungskonzept zu optimieren, entschloss sich die Radiologie am Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg Ende 2014 dazu, einen Education Management Check durchzuführen und zukünftige Schulungen im Rahmen eines Education Plans zu strukturieren. Nach der Durchführung des Checks und den ersten neuen Schulungen war die Gelegenheit günstig für ein Gespräch. Prof. Dr. Niels Zorger, Chefarzt der Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin, und Tanja Daiminger, leitende MTRA der Abteilung, berichten über ihre Erwartungen und Erfahrungen mit dem Beratungs- und Planungsangebot von Siemens Healthineers.

Prof. Dr. Niels Zorger, Chefarzt der Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin, Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg
Prof. Dr. Niels Zorger
Chefarzt der Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin
Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg

Herr Professor Zorger, Frau Daiminger warum haben Sie sich zur Optimierung Ihres Fortbildungskonzepts entschlossen?

Prof. Dr. Niels Zorger: Wir sind ein relativ großes Krankenhaus mit einem großen Kollegium – Fortbildung spielt für uns eine sehr große Rolle, gerade für die MTRAs und speziell bei der Mitarbeiterbindung. Da geht es auch um die Frage, ob Mitarbeiter fix in einem Bereich arbeiten müssen oder ob sie rotieren können.

Tanja Daiminger: Uns liegt viel daran, die Kenntnisse der Kolleginnen und Kollegen zu fördern – auch um ihnen neue Verantwortungen hier in der Abteilung übertragen zu können. Das trägt enorm zur Motivation und Bindung des Personals an die Abteilung bei. Besonders MTRAs wollen sich selbst weiterbilden und sich neue Untersuchungstechniken aneignen.

Wo hilft der Abteilung eine verbesserte Fortbildung in der täglichen Routine?

Zorger: Man darf nicht nur kurzfristig auf die Produktivität schielen, sondern muss auch Zeit investieren, um seine Mitarbeiter weiterzubilden. Denn je besser die Kollegen ausgebildet sind, umso eher können sie Untersuchungen optimal ausführen, auch was das Dosismanagement anbetrifft. Und wer gut ausgebildet ist, kann letztlich auch wieder mehr Patienten untersuchen.

Tanja Daiminger, Leitende MTRA, Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg
Tanja Daiminger
Leitende MTRA
Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg

Wie wurde der Education Management Check durchgeführt?

Zorger: Der Check besteht aus einer Kombination von Selbst- und Fremdeinschätzung. Zunächst wurden unsere Mitarbeiter gebeten, sich per Fragebogen selbst einzuschätzen. Dann kamen Experten von Siemens Healthineers zu uns und schauten den MTRAs beim Arbeiten, speziell beim Fahren der Großgeräte, über die Schulter, um den Wissenstand von außen zu beurteilen. Da muss man natürlich offen genug sein, dass man sich so in die Karten gucken lässt und dabei eventuell auch Schwächen offenbart.

Daiminger: Zudem haben die Experten Interviews mit uns geführt, um festzustellen, wie die Fortbildung in unserer Abteilung bisher gehandhabt wurde und welche Einarbeitungskonzepte hier bestehen.

Welche Erkenntnisse hat Ihnen der Check geliefert?

Zorger: Wir haben gesehen, dass wir einige Spitzenkräfte haben, die die Modalitäten wirklich hervorragend beherrschen. Dann gibt es aber auch ein ganz großes Mittelfeld, das bei einzelnen Fragestellungen durchaus noch Potenzial hat. Wir legen ja im Rahmen von Zertifizierungen einiges dar, aber der Wissensstand der Mitarbeiter wurde bis dato nicht dokumentiert. Jetzt haben wir eine präzise Aufstellung über das Gesamtwissen der Abteilung, aber auch über das Individualwissen.



Welche Maßnahmen haben Sie daraus abgeleitet?

Daiminger: Die Feststellung, wo in unserer Abteilung bei der Fortbildung, aber auch bei der Einarbeitung noch Defizite bestehen, war eine große Chance für die Mitarbeiter, denn wir konnten direkt einige Dinge verbessern. Es gibt jetzt ein neues Einarbeitungskonzept für unser CT und wir haben neue Verantwortlichkeiten eingeführt.

Zorger: Außerdem haben wir im Rahmen des Checks einen Planungsvorschlag für die zukünftige Fortbildung in unserer Abteilung erhalten, den wir dann gemeinsam mit Siemens Healthineers noch einmal genauer ausgestaltet haben. So verfügen wir jetzt über ein festes Curriculum für dieses Jahr – im Rahmen unseres neuen Education Plans auch schon für das beginnende nächste Jahr. Wir haben jetzt eine kontinuierliche Fortbildung und ein festes Budget jeden Monat für Schulungen, das wir abrufen können. Von dieser Kontinuität in der Fortbildung erwarte ich mir den größten Erfolg.



Welches Feedback haben Sie von Ihren Mitarbeiten inzwischen bekommen?

Daiminger: Am Anfang waren viele Mitarbeiter etwas skeptisch. Aber jetzt, so nach einiger Zeit, sehen wir, dass sich das Feedback und die Strukturierung sehr gelohnt haben, gerade für die MTRAs. Die Zufriedenheit steigt und das ganze Klima in der Abteilung verbessert sich, etwa durch die Schulungen vor Ort, bei denen den MTRAs direkt am Gerät neue Möglichkeiten aufgezeigt werden, was Sie an Ihren Untersuchungen verbessern könnten. Also, die Mitarbeiter sind sehr zufrieden – und wir sehen den Education Plan als große Chance, neue Mitarbeiter zu gewinnen und qualifizierte Kollegen zu halten.


Herr Professor Zorger, Frau Daiminger, vielen Dank für das Gespräch.