Schritt für Schritt zu optimalen ProzessenProzessoptimierung

Philipp Braune|01.01.2021

Mit dem am 1.10.2020 geschlossenen Partnerschaftsvertrag mit Siemens Healthineers geht die Klinikum Lippe GmbH nicht nur bei der Erneuerung der bildgebenden Systeme neue Wege, sondern auch bei der Optimierung der klinischen Prozesse innerhalb der Häuser. So bringt Siemens Healthineers unter anderem bei der baulichen Neugestaltung der Radiologie am Standort Lemgo umfangreiches Know-how aus zahlreichen internationalen Projekten ein. Das Ergebnis: ein reibungsloser Umbau während des laufenden Betriebs, ein optimierter Workflow und eine Erweiterung der Kapazität.

Bis 2030 investiert die Klinikum Lippe GmbH im Rahmen des umfassenden Technologiepartnerschaftsvertrags mit Siemens Healthineers rund 30 Mio. Euro in die Erneuerung der bildgebenden Systeme an den Standorten Detmold, Lemgo und Bad Salzuflen. Dabei fließt das Geld zum einen in die Anschaffung der derzeit geplanten 147 Geräte unterschiedlicher Größe, vom Ultraschallgerät bis zum 3-Tesla- MRT, zum anderen auch in die Optimierung der Prozesse an den einzelnen Standorten. Prozessoptimierung ist in diesem Zusammenhang durchaus umfassend zu verstehen – baulich und organisatorisch, im Hinblick auf die klinischen Abläufe innerhalb der Häuser. Laut Dr. Johannes Hütte, Geschäftsführer der Klinikum Lippe GmbH, war die dafür notwendige Kompetenz von Siemens Healthineers ein entscheidendes Kriterium für die Wahl des richtigen Vertragspartners: „Für uns war auch ausschlaggebend, dass Siemens Healthineers vomMindset zu uns passt. Dass es nicht nur darum geht, MRTs, CTs oder Ultraschallsysteme zu liefern, sondern Prozessbausteine bereitzustellen. Also etwa: Wie organisiere ich eine Radiologie? Welche Taktung habe ich? Wie integriere ich das in die Software?

<p>Dr. Johannes Hütte</p>

Ein gutes Beispiel für die praktische Anwendung dieser Kompetenz ist der Ende 2020 beginnende Umbau der Radiologie am Standort Lemgo. Die Eckdaten waren klar: Während des laufenden Betriebs gilt es, die vorhandenen bildgebenden Systeme zu erneuern, die Prozesse innerhalb der Radiologie zu optimieren und die Kapazität der Abteilung zur erhöhen – und das natürlich mit geringstmöglichen Auswirkungen auf den Patientenbetrieb. Auf Basis dieser Anforderungen und mit den vorhandenen Bauplänen der aktuellen Radiologie im Lemgo hatte die Planungsabteilung von Siemens Healthineers schon in der Angebotsphase der Technologiepartnerschaft begonnen, konkrete Ideen für den Umbau zu entwickeln.

Übersichtsplan

Neue bildgebende Systeme, neugestaltete und großzügigere Patientenvorbereitungen, zusätzliche WCs: Der Umbau der Radiologie in Lemgo tangiert alle Bereiche der Abteilung und erfolgt während des laufenden Patientenbetriebs.

„Angefangen mit der Vorgabe, in Lemgo ein neues 3-Tesla-MRT in die Radiologie zu integrieren, haben wir in mehrfachen Iterationsstufen Schritt für Schritt ein Konzept entwickelt, das den Bedürfnissen unserer Kunden vor Ort am besten entspricht“, sagt Stefanie Vonhoff, die als Architektin bei der Planungsabteilung von Siemens Healthineers arbeitet. „Dabei mussten wir nicht nur zahlreiche strukturelle Anforderungen an Wände und Wege berücksichtigen, sondern auch vorhandene klinische Prozesse erkennen, abbilden und optimieren.“ Durch die langjährige und internationale Erfahrung des Teams und die enge Zusammenarbeit mit den Radiologen und dem Baumeister des Klinikums Lippe ist es gelungen, eine Lösung zu entwickeln, die das Bestmögliche erreicht. „Greenfield kann jeder“, sagt Vonhoff und meint damit, dass die Planung von maßgeschneiderten Innovationslösungen für bestehende Strukturen um ein Vielfaches mehr an Erfahrung erfordert als der Neubau auf der grünen Wiese, da dieser leichter zu optimieren ist.

Modell

Attraktives Design, beruhigende Atmosphäre.

Seit Anfang Dezember läuft nun der Umbau in Lemgo. Durch einen Anbau und die Umwidmung eines bestehenden Raums wird zunächst Platz geschaffen. Der weitere Ablauf ist bereits minutiös festgelegt: Aufbau des neuen SOMATOM go.All Computertomographen im umgewidmeten Raum, Abbau des alten CTs und Umbau dieses Raums für den neuen MAGNETOM Lumina Magnetresonanztomographen inklusiv Umbau des Vorraums für den Wechseltischbetrieb, Aufbau des neuen Artis zee im Anbau und anschließend Umwidmung des alten Angiographieraums für die Angio-Vorbereitung. Hinzu kommt der Aufbau zentraler Kontrollräume sowie einer zentralen Anmeldung für die Radiologie mit optimierten Wegen für Patienten und Mitarbeiter.

In der Praxis reduziert der schrittweise Umbau der Radiologie die Ausfallzeit der jeweiligen Modalitäten auf ein Minimum. Fabian Schlicht, Account Manager bei Siemens Healthineers: „Wir gehen davon aus, dass die Mitarbeiter des Klinikums Lippe statt zwei bis drei Wochen nur zwei bis drei Tage auf CT und Angiographie verzichten müssen. Im Bereich MRT wird es gar keinen Stillstand geben, weil das neue MRT ja zusätzlich zum Bestands-MRT installiert wird.“ Noch ist es zu früh für valide Zahlen, aber schon jetzt lässt sich sagen, dass durch die Optimierung der Patientenvorbereitung, die Erweiterung der Kapazitäten und die erhöhte Leistungsfähigkeit der neuen bildgebenden Systeme mit minimalen Eingriffen ganz erhebliche Steigerungen der Performance in Lemgo erreicht werden.

Im Rahmen der Technologiepartnerschaft arbeiten Siemens Healthineers und die Klinikum Lippe GmbH auch an weiteren Projekten mit direktem Einfluss auf die Optimierung klinischer Prozesse. So laufen derzeit die Vorbereitungen für ein Projekt mit dem Ziel der bedarfsgerechten Optimierung der Ultraschallsystemlandschaft. Dabei geht es im Kern darum, die Vielfalt der eingesetzten Systeme zu reduzieren, die Benutzeroberflächen zu vereinheitlichen und Sharing-Modelle zu implementieren, damit nicht unnötig viele Systeme bereitgestellt werden müssen. Laut Thomas Hopmeier, verantwortlich für den Geschäftsbereich Enterprise Services und das Thema der Technologiepartnerschaften bei Siemens Healthineers in Deutschland, ist dies „eine Zielsetzung, die aktuell in vielen Krankenhäusern verfolgt wird. Hier können wir die Erfahrung aus zahlreichen Ultraschallpark-Optimierungsprojekten nutzen, um eine optimale Lösung für das Klinikum Lippe zu finden – denn die Herausforderungen unserer Kunden sind durchaus vergleichbar. Es geht um die Verbesserung von Effizienz, Qualität und Patientenerlebnis.“

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