Der reproduktive Lebenszyklus einer Frau

Der reproduktive Lebenszyklus einer Frau

Während des reproduktiven Lebenszyklus durchläuft der Körper einer Frau eine Reihe von Veränderungen. Die biologische Entwicklung von der Kindheit zur Pubertät und weiter bis zur Menopause hängt von einer komplexen Balance mehrerer physiologischer Prozesse ab, die mit Veränderungen der Geschlechtshormone einhergehen. 

 

 

Während des gesamten reproduktiven Lebenszyklus kann es bei Frauen zu einigen Erkrankungen kommen, die ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden beeinträchtigen können. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern sind die Geschlechtshormone essentiell für die natürliche biologische Entwicklung, allerdings sind sie bei Frauen auch mit der Entwicklung vieler Krankheiten und Leiden in Verbindung gebracht worden, wie Allergien, Autoimmunkrankheiten, Schilddrüsenkrankheiten, Brustkrebs, Osteoporose und kardiovaskuläre Erkrankungen.

  • Vorzeitige Pubertät (Frühpubertät) wurde bei Mädchen 10 Mal häufiger beobachtet als bei Jungen.1
  • Bei ungefähr 40% der Patienten von Infertilitätskliniken wird Anovulation festgestellt—eine Erkrankung, bei welcher der monatliche Eisprung ausbleibt, der einen Teil des normalen Zyklus bei Frauen darstellt.2
  • Pro Tag sterben achthundert Frauen an vermeidbaren Ursachen in Verbindung mit Schwangerschaft und Geburt.3
  • Nach der Menopause leiden Frauen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an schlechter Blasen- und Gehirnfunktion, schlechter Hautelastizität, Muskelkraft und -tonus, Sehstörungen und Gewichtszunahme.4
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Pubertät

Pubertät bezeichnet die physikalischen Veränderungen, durch die sich der Körper des Kindes zum Körper eines fortpflanzungsfähigen Erwachsenen weiterentwickelt.5 Bei Frauen wird die Pubertät durch das Einsetzen der Menstruation markiert, ein wichtiger Meilenstein für ihr weiteres Leben.

Was ist der Menstruationszyklus?
Im Rahmen der Menstruation stösst der Körper die zuvor aufgebaute Gebärmutterschleimhaut ab. Ein regelmässiger Menstruationszyklus ist ein Anzeichen dafür, dass die Fortpflanzungsorgane normal funktionieren.6

 


Zwei der signifikantesten Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen bei der Pubertät ist das Alter, in dem die Pubertät beginnt, und die wichtigsten daran beteiligten Steroidhormone. Mädchen erreichen die Geschlechtsreife ungefähr vier Jahre nachdem die ersten physikalischen Änderungen der Pubertät aufgetreten sind. Demgegenüber verläuft die Entwicklung bei Jungen langsamer und über einen Zeitraum von sechs Jahren, ab den ersten sichtbaren pubertären Veränderungen.7 Jede Grössenzunahme über das post-pubertäre Alter hinaus ist bei Jungen und Mädchen ungewöhnlich.

In Nordamerika tritt das erste Anzeichen der Pubertät bei Mädchen, das Brustwachstum, normalerweise im Alter zwischen 8 und 13 Jahren auf, mit einem Mittelwert von 10 Jahren.8>

  • Die mittlere Dauer der Pubertät beträgt 4 Jahre, kann aber zwischen 1.5 und 8 Jahren schwanken.8
  • Bei Mädchen in den USA setzt die erste Menstruation heute im Mittel zwischen 12 und 13 Jahren ein, im Vergleich zu 14 Jahren in 1900. Etwa 20 Menstruationszyklen nach der ersten Menstruation kommt es regelmässig zu einem Eisprung.8
  • Ein normaler Menstruationszyklus dauert etwa 28 Tage, kann jedoch bei Jugendlichen zwischen 21 und 45 Tagen schwanken.8
  • In Entwicklungsländern scheinen ungefähr 5–15% der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter von abnormen uterinen Blutungen betroffen zu sein.9
  • Abnorme uterine Blutungen sind die führende Indikation für eine Hysterektomie, die häufigste nicht geburtshilfliche Operation bei Frauen sowohl in den Vereinigten Staaten als auch im Vereinigten Königreich.9

 


Amenorrhoe - Ausbleiben der Menstruation. Dieser Begriff beschreibt das Ausbleiben der Menstruation bei:6

  • jungen Frauen, bei welchen die Menstruation im Alter von 15 Jahren noch nicht eingesetzt hat
  • Frauen und Mädchen, die während 90 Tagen keine Menstruation hatten, auch wenn diese erst vor kurzem überhaupt begonnen hat
  • Ursachen sind:

          • Pregnancy

          • Breastfeeding

          • Extreme weight loss

          • Eating disorders

          • Stress

Dysmenorrhea - schmerzhafte Menstruation mit schweren Krämpfen. Menstruationskrämpfe bei Teenagern werden durch zu viel Prostaglandin ausgelöst.6

Infertilität

Infertilität betrifft etwa 10% der Bevölkerung. Sie kann in diversen Gruppen auftreten und Menschen jedes sozioökonomischen Status und jeder ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit betreffen, so dass es sein kann, dass sogar Freunde Verwandte oder Nachbarn sich mit den medizinischen und emotionalen Aspekten der Infertilität auseinandersetzen.10

Was ist Infertilität?
Infertilität bei Frauen ist eine Erkrankung des reproduktiven Systems und wird dadurch definiert, dass es nach 12 Monaten oder mehr mit regelmässigem ungeschützten Geschlechtsverkehr zu keiner klinischen Schwangerschaft kommt.11

Die ökonomische Belastung durch Infertilität
Die Amerikanische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (ASRM) gibt den mittleren Preis für einen In-Vitro-Fertilisationszyklus in den USA mit bis zu 12'400 US-Dollar an (ohne Arzneimittel).12


Sowohl Frauen als auch Männer können Probleme haben, die zu Infertilität führen. Etwa ein Drittel der Infertilitätsfälle werden durch den Mann verursacht.13


Risikofaktoren, welche die Fähigkeit einer Frau, Kinder zu bekommen, beeinflussen kann:13

  • Alter
  • Rauchen
  • Exzessiver Alkoholkonsum
  • Stress
  • Schlechte Ernährung
  • Sportliches Training
  • Übergewicht oder Untergewicht
  • Sexuell übertragbare Infektionen (STIs)
  • Gesundheitsprobleme, die hormonelle Veränderungen auslösen, wie polyzystisches Ovarialsyndrom oder primäre Ovarialinsuffizienz

Die meisten Fälle von Infertilität bei Frauen werden durch Ovulationsprobleme verursacht. Anzeichen dafür, dass bei einer Frau kein Eisprung stattfindet, sind normalerweise unregelmässige oder ausbleibende Menstruationsblutungen.13

Ovulationsprobleme werden oft durch polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) verursacht. PCOS ist ein hormonelles Ungleichgewicht, welches sich störend auf die normale Ovulation auswirkt. PCOS ist die häufigste Ursache für weibliche Infertilität.13

Eine andere Ursache für Ovulationsprobleme ist die primäre Ovarialinsuffizienz (POI). POI tritt auf, wenn die Eierstöcke einer Frau vor ihrem 40. Lebensjahr ihre Funktion einstellen. POI ist nicht dasselbe wie die Menopause.13

Weniger häufige Ursachen für Infertilität bei Frauen sind:13

  • Verschlossene Eileiter aufgrund von entzündlichen Beckenerkrankungen, Endometriose oder Eingriffen bei einer ektopischen Schwangerschaft
  • Physikalische Probleme der Gebärmutter
  • Uterusmyome (gutartige Geschwülste von Gebärmuttergewebe und -muskulatur)

 

Schwangerschaft

Schwangerschaft bezeichnet den Zeitraum von etwa neun Monaten, in dem sich der Embryo oder Fetus in der Gebärmutter der Frau entwickelt. Für die meisten Frauen ist dies eine Zeit grosser Freude und Erfüllung. Jedoch bestehen während der Schwangerschaft sowohl für die Mutter als auch für ihr sich entwickelndes Kind zahlreiche Gesundheitsrisiken. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass alle Schwangerschaften von ausgebildetem Fachpersonal überwacht werden.14

Was ist Schwangerschaft?
Schwangerschaft bezeichnet die Befruchtung und Entwicklung eines oder mehrerer Nachkommen (genannt Embryo oder Fetus) in der Gebärmutter der Frau. Es ist der gebräuchliche Name für die Gravidität beim Menschen.

Die globale Belastung durch Schwangerschaften

  • Gemäss der WHO starben 2010 287'000 Frauen an den Folgen von Schwangerschaft oder Geburt.15
  • In Entwicklungsländern erhalten nahezu die Hälfte aller Mütter und Neugeborenen keine fachkundige Betreuung während oder direkt nach der Geburt.16
  • Bis zu zwei Drittel aller Todesfälle bei Neugeborenen könnten verhindert werden, wenn bei der Geburt und in den ersten Lebenswochen bekannte, wirksame Gesundheitsmassnahmen zur Verfügung stünden.16
  • In den Vereinigten Staaten tragen die Krankenhausaufenthalte aufgrund von Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt mit ungefähr 5% zu den gesamten Klinikkosten bei.17

Faktoren, die ein Risiko für die Schwangerschaft darstellen, können in vier Kategorien eingeteilt werden:

Bereits existierende Erkrankungen

  • Hoher Blutdruck
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom
  • Diabetes
  • Nierenerkrankungen
  • Autoimmunkrankheiten
  • Schilddrüsenkrankheiten
  • Infertilität
  • Adipositas
  • HIV/AIDS


Alter

  • Schwangerschaft im Teenager-Alter
  • Erste Schwangerschaft über 35 Jahren


Lifestyle-Faktoren

  • Alkoholkonsum
  • Rauchen


Krankheiten/Risiken in der Schwangerschaft

  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Präeklampsie und Eklampsie
     

Zusätzlich zum Ausbleiben der Menstruation können frühe Anzeichen und Symptome einer Schwangerschaft folgendes umfassen: 

  • Empfindliche, geschwollene Brüste
  • Übelkeit, mit oder ohne Erbrechen
  • Vermehrter Harndrang
  • Erschöpfung
  • Abneigung gegen bestimmte Nahrungsmittel oder Heisshunger
  • Leichte vaginale Blutung
  • Krämpfe
  • Stimmungsschwankungen
  • Schwindel
  • Verstopfung

Menopause

Die Menopause ist das endgültige Ausbleiben der Menstruation. Sie ist eher ein Wendepunkt als eine Krankheit, aber sie kann grosse Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Frau haben. Auch wenn Frauen unter körperlichen Beschwerden wie Hitzewallungen, Nachtschweiss und anderen Symptomen der Menopause leiden können, kann sie doch auch der Beginn einer neuen und lohnenden Phase im Leben einer Frau sein – und eine einmalige Gelegenheit bieten, sich gegen die grössten Gesundheitsrisiken wie Herzkrankheiten und Osteoporose zu wappnen.20

Was ist die Menopause?
Die Menopause ist eine natürliche, biologische Phase im Leben einer Frau. Sie markiert das Ende der reproduktiven Jahre und zeigt sich bei der Frau durch das endgültige Ausbleiben des monatlichen Menstruationszyklus. Die Menopause tritt bei Frauen im Alter von ungefähr 50 Jahren auf; bei Frauen deren Ovarien chirurgisch entfernt wurden kommt es jedoch zu einer „plötzlichen“ Menopause.21

Die ökonomische Belastung durch die Menopause
Frauen mit diagnostizierten Menopause-Symptomen (DMS) haben gemäss einer im April 2013 veröffentlichten Studie signifikant höhere Kosten für medizinische Versorgung, Arzneimittel und aufgrund von krankheitsbedingtem Fehlen am Arbeitsplatz.22
 


Sowohl bei Frauen als auch bei Männern haben die veränderten Werte bei den Geschlechtshormonen gesundheitliche Auswirkungen im späteren Leben. Diese Änderungen scheinen jedoch einen grösseren Einfluss auf die weibliche Gesundheit zu haben als auf die der Männer.21


Häufige Menopausesymptome sind:21

  • Hitzewallungen
  • Nachtschweiss
  • Schlafstörungen
  • Vaginale Veränderungen
  • Veränderte Libido
  • Stimmungsschwankungen
  • Urinveränderungen/Stressinkontinenz
  • Hautveränderungen

 

Eine wichtige Auswirkung der Menopause ist die signifikante Abnahme von Östrogen. Es ist nicht bekannt, warum manche Frauen während der Menopause nur an leichten oder gar keinen Symptomen leiden, während andere mit mehr störenden Symptomen kämpfen müssen.21

  • Ungefähr 55% der Frauen unternehmen während der Menopause nichts, um Symptome zu behandeln.21
  • Ungefähr 75% der Frauen berichten zu irgendeinem Zeitpunkt während der Perimenopause über Hitzewallungen und Nachtschweiss.21
  • Über zwei Drittel der postmenopausalen Frauen in Nordamerika berichten über Hitzewallungen und schätzungsweise 10-20% der postmenopausalen Frauen zeigen schwere Hitzewallungen. Die meisten Hitzewallungen dauern zwischen 30 Sekunden und 5 Minuten.21
  • Etwa 25% der Frauen mit Hitzewallungen und Nachtschweiss zeigen diese Symptome über mehr als 5 Jahre.21

Osteoporose
Zwischen der Menopause und dem Alter von 60 Jahren verlieren Frauen im Mittel 25% ihrer Knochenmasse, zum grössten Teil aufgrund des Östrogenmangels.21

  • Östrogenmangel kann ausserdem das Risiko für bestimmte Krankheiten erhöhen, wie Osteoporose, die zu Hüft-, Oberschenkel- und Wirbelsäulenfrakturen führt.21
  • Ungefähr 50% der Frauen über 50 werden eine Osteoporose-bedingte Fraktur erleiden und bei einem Drittel der hellhäutigen Frauen im Alter von 65 oder älter wird es im Lauf ihres Lebens zu einer Wirbelsäulenfraktur kommen.21


Koronare Herzerkrankung
Nach der Menopause nimmt bei Frauen das Risiko für eine koronare Herzerkrankung zu.21 Ein Faktor für die Zunahme von Herzerkrankungen bei postmenopausalen Frauen kann die Abnahme des natürlichen Hormons Östrogen sein. Es wird angenommen, dass Östrogen eine positive Wirkung auf die innere Schicht der Arterienwand hat und die Flexibilität der Blutgefässe erhält.23

Lösungen

Diagnostiktests im Labor spielen bei der Betreuung von Frauen im Verlauf ihres reproduktiven Lebenszyklus eine wesentliche Rolle. Als integriertes Diagnostikunternehmen unterstützt Siemens die reproduktive Gesundheit über das ganze Leben hinweg mit umfassenden Lösungen und mehreren bildgebenden Modalitäten für exakte Diagnosen und Monitoring. Zusätzlich unterstützen unsere IT-Lösungen für den Gesundheitsbereich den Datenaustausch, um informierte Entscheidungen treffen zu können.

 


 

Bildgebende Systeme von Siemens

Labordiagnostik

 

 

 

 

 

AFP

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Androstenedion

 

 

 

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Östradiol

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Freies Beta-HCG

 

 

 

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FSH

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hCG

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LH

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PAPP-A

 

 

 

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PIGF

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Progesteron

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Prolaktin

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SHBG

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sFlt-1

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Testosteron

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Nicht konjugiertes Östriol

 

 

 

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Nachweis

 

 

 

 

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Monitoring/Management

 

 

 

 

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