Neubau Kantonsspital Baden

High-Tech mit HerzWie das KSB die Radiologie der Zukunft neu definiert 

Das Kantonsspital Baden (KSB) setzt mit dem Neubau „Agnes“ neue Standards in der Schweizer Spitallandschaft. Hinter dem Umzug aus dem vertrauten Altbau in ein hochmodernes Zentrum für Bildgebung steckt eine logistische Meisterleistung. Gemeinsam mit Siemens Healthineers realisierte das KSB eine Infrastruktur, die für die kommenden Jahrzehnte neue Massstäbe in der Patientenversorgung setzt.

Karin Stöckli

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Zürich

|30.03.2026

Heilung durch Architektur: Geborgenheit als Prinzip

Der Neubau bricht radikal mit dem Bild steriler Spitalflure. Unter dem Leitstern der „Healing Architecture“ prägen viel helles Holz und Tageslicht die Atmosphäre. Für Prof. Dr. Rahel Kubik, Chefärztin für Radiologie im KSB, besitzt diese Umgebung eine klare Funktion: Sie unterstützt den Genesungsprozess aktiv und baut Ängste ab.

Besonders in der Kinderradiologie zeigt sich dieser Ansatz. Ein „MINITOM“, ein spielerisches MRT-Modell nimmt den Kindern die Angst vor der Untersuchung. Sogar das Durchkrabbeln ist erlaubt. Wenn die Kinder die bevorstehende Situation verstehen und sich entspannen, beruhigt das tatsächlich auch die Eltern. In der Brustbildgebung sorgen zudem Blumentapeten für eine Atmosphäre, die Geborgenheit vermittelt und Stress reduziert.

Prof. Dr. Rahel Kubik

Sandro Moser und Steffen Kast: Das Duo für den technischen Masterplan

Ein solches Mammutprojekt bedarf einer starken Führung an den Schnittstellen. Sandro Moser, Leiter Medizintechnik vom KSB übernahm hierbei eine Schlüsselrolle als interner Anker. In enger Abstimmung mit Steffen Kast, Projektmanager von Siemens Healthineers, koordinierte er die riesige Bandbreite an Themen. Die Zusammenarbeit zwischen Moser und Kast funktionierte dabei nahezu blind und macht einen grossen Teil des Erfolgs des Projekts Agnes aus.

Trotz Bauverzögerungen und ständig neuer Anforderungen hielten die Projektleiter die Fäden fest in der Hand. Die Kommunikation blieb dabei das wichtigste Werkzeug, um alle Beteiligten vom Architekten bis zum Bauleiter auf dem gleichen Stand zu halten.

Sandro Moser

Präzision im Hintergrund: Plug-and-Play für die Sicherheit

Die technische Umsetzung glich einer Operation am offenen Herzen. Das Team installierte elf Neugeräte und zügelte sechs Bestandsanlagen während des laufenden Patientenbetriebs. Über 1’500 Schulungsstunden an den neuen Systemen bereiteten das Personal auf die neue Ära vor. Besonders heikel waren der Umzug und die Inbetriebnahme der Intensivstation. Hier ermöglichte das Team ein echtes „Plug-and-Play“: Die Verlegung der Patient*innen erfolgte während der aktiven Überwachung, die Fachkräfte steckten die Systeme ein und die Überwachung lief ohne jede Unterbrechung weiter. Diese Sicherheit resultiert aus einer akribischen Planung, die sämtliche Schnittstellen zwischen Architekten, Ingenieuren und Bauleuten präzise aufeinander abstimmte.

KI als Unterstützung für mehr Zeit mit den Patient*innen 

Schon heute unterstützt Künstliche Intelligenz (KI) die Radiologie bei der Planung von Untersuchungen und Optimierung der Protokolle und stellt so eine gute Bildnachverarbeitung sicher.

Die Integration der KI-Resultate direkt in die Befundberichte optimiert den gesamten Workflow. Dies nimmt dem Team spürbar Arbeitslast ab. So entsteht wieder der nötige Freiraum für die persönliche Betreuung der Patient*innen. Die Technologie im Neubau dient damit eigentlich einem menschlichen Ziel: der Entlastung des Personals.

Eine Partnerschaft auf Augenhöhe

Ein Projekt dieser Grössenordnung gelingt nur durch eine tiefe, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Partnerschaft zwischen dem KSB und Siemens Healthineers verbindet medizinisches Fachwissen mit technologischer Spitzenleistung. Trotz langer Arbeitstage und komplexer logistischer Hürden blieb die Stimmung im Team exzellent. Mit dem Einzug in den Neubau ist das KSB nun gerüstet für die technologischen Herausforderungen der Zukunft. Die Vision einer massgeschneiderten Bildgebung auf einem sehr hohen spezialisierten Niveau ist jetzt Realität.