Siemens Healthineers Summit

Siemens Healthineers Summit

20. April 2023 - Hotel Marriott Zürich

Siemens Healthineers Summit 2023

Personalknappheit, gestiegene Arbeitskosten, schnelle technologische und wissenschaftliche Fortschritte – das sind nur einige der Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind. Kann die sogenannte vernetzte Versorgung dabei helfen, die zunehmenden Veränderungen im Markt hin zu patientennahen Angeboten zu entwickeln? Wie kann es gelingen, mehr Patient*innen besser zu versorgen und manuelle Abläufe zu verbessern und zu automatisieren? Darüber und über viele weitere spannende Themen möchten wir mit Ihnen diskutieren am

20. April 2023 im Hotel Marriott in Zürich.

In den Tag starten wir mit einem Beitrag von Dr. Daniel Heller. Er beleuchtet den Gesundheitsmarkt in der Schweiz aus Sicht eines Verwaltungsratspräsidenten und diskutiert Herausforderungen und Erwartungen an Politik und Industrie. Wie können die Aufgaben, die der Krebs uns stellt, gelöst werden? Und wie stellen wir sicher, dass mehr Patient*innen eine qualitativ hochwertige Versorgung erhalten? Die Vorträge von PD Dr. med. Björn-Christian Link, Prof. Dr. med. Daniel M. Aebersold und Dr. Benoît Dubuis zeigen anschaulich auf, welche Vorteile ein weiterer Ausbau der Präzisionsmedizin mit sich bringt. Patrick Hauser und Dr. med. Maurice Redondo belegen anhand konkreter Beispiele wie sich effiziente Abläufe realisieren lassen. Darüber hinaus zeigen sie Lösungen auf, wie manuelle Arbeitsabläufe verbessert und automatisiert werden können. 

Wie hilft die sogenannte vernetzte Versorgung dabei, die zunehmenden Veränderungen im Markt hin zu patientennahen Angeboten zu entwickeln? Diese Frage beantworten Matthias Glück und André Zemp in ihren Vorträgen.

Melden Sie sich jetzt kostenfrei an. Auf einen gemeinsamen angeregten Austausch mit Ihnen freuen wir uns schon jetzt. 

Programm

Zeit

Inhalt

Referent

09:30 – 10:00

Willkommenskaffee & Networking

10:00 – 10:10

Begrüssung & Einleitung

Marcel Baumgartner
Country Director Switzerland
Siemens Healthineers International AG
Marina Villa
Moderatorin

10:10 – 10:45

Keynote inkl. Q&A
«Gesundheitsmarkt Schweiz – Herausforderungen
und Erwartungen an Politik und Industrie»

Dr. Daniel Heller
Partner und Head Startup Desk bei Farner Consulting AG
Präsident der Spezialklinik Barmelweid und
Verwaltungsratspräsident Kantonsspital Baden AG

10:45 – 11:00

Kaffeepause & Networking

11:00 – 12:30

Fokusthema Precision Care

PD Dr. med. Björn-Christian Link
Chefarzt und Klinikleiter, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie,
Luzerner Kantonsspital
Prof. Dr. med. Daniel M. Aebersold
Direktor und Chefarzt Radio-Onkologie, Inselspital Bern
Dr. Benoît Dubuis
CEO Fondation Campus Biotech Geneva

12:30 – 13:45

Lunch & Networking

13:45 – 14:25

Fokusthema Efficient Operations

Patrick Hauser
Geschäftsführer MEDILYS Laborgesellschaft
Dr. med. Maurice Redondo
Geschäftsleitung, Viollier AG

14:25 – 14:45

Q&A Panel, Efficient Operations

Patrick Hauser & Dr. med. Maurice Redondo
Moderation durch Marina Villa

14:45 – 15:15

Kaffeepause & Networking

15:15 – 16:15

Fokusthema Networked Care

Matthias Glück
Leiter Plattform Ökosysteme und Strategie für Digital Health
Die Schweizerische Post AG
André Zemp
Präsident Spitalrat Universitätsspital Zürich und
Präsident Stiftungsrat Kliniken Valens

16:15 – 16:30

Abschlussrunde

Anschliessend

Apéro

Die gesamte Veranstaltung wird von einer Simultanübersetzung begleitet (Deutsch – Französisch & Französisch – Deutsch).

Jetzt für 2023 anmelden


Rückblick 2022

Networking ist grossartig, persönliches Network sogar noch grossartiger: Endlich war es wieder möglich, die jährliche Konferenz von Führungskräften im Schweizer Gesundheitswesen als physischen Anlass durchzuführen. Unter den mehr als 80 Teilnehmenden am Siemens Healthineers Summit befanden sich neben renommierten Referentinnen und Referenten Fach- und Führungskräfte aus allen Teilen der Schweiz.  

Nach einer Einführung durch Marcel Baumgartner, Managing Director (CEO) der Siemens Healthcare AG teilten sechs Referentinnen und Referenten ihre Erfahrungen und Einschätzungen zur Zukunft des Gesundheitswesens.  

Wir haben die einzelnen Beiträge für Sie kurz zusammengefasst: 

Prof. Dr. oec. Alfred Anderer - Siemens Healthineers Summit

Prof. Dr. oec. Alfred Angerer, ZHAW School of Management and Law, Leitung Management im Gesundheitswesen  

Prof. Dr. Angerer ist Professor am Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Transformationsprojekten im Gesundheitswesen. Sein Appell an das Publikum: Startpunkt jeglicher Vorhaben sollte immer die Frage nach dem „Warum“ sein. Warum wollen wir das, was nützt das konkret? Eine durchdachte Strategie sollte daher selbstverständlich die Basis für jedes Veränderungsvorhaben sein, in der Praxis hätte aber erst eine Minderheit der Spitäler beispielsweise eine Digitalisierungsstrategie und würde das Thema als Chefsache mit Prio 1oberster Priorität verstehen.  

In Bezug auf die Digitalisierungsreife im Schweizer Gesundheitswesen sieht Angerer insgesamt noch sehr viel Luft nach oben. Das Beispiel EPD zeige überdeutlich, wie der Kantönligeist umfassende Lösungen verhindere. Zwei Faktoren seien bei Transformationsvorhaben entscheidend: Die Bereitschaft zur Veränderung und der Druck auf das System. Ermutigende Entwicklungen sieht Angerer beispielsweise in der Tele-Medizin, hier habe die Pandemie als Innovationsturbo gewirkt.  

In seiner Keynote erläuterte Prof. Angerer zudem, wie beispielsweise künstliche Intelligenz die Überlebenschance von Herzstillstand-Betroffenen massgeblich steigern kann: In Kopenhagen erfährt die Notrufzentrale Unterstützung durch den digitalen Assistenten Corti. Corti analysiert Informationen aus der Kommunikation mit dem Anrufer, aber auch Hintergrundgeräusche wie die Atmung des Betroffenen. Corti basiert auf maschinellem Lernen und entwickelt sich daher kontinuierlich weiter. Dank der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine konnte die Erkennungsrate von 73 auf 95 % gesteigert werden – ein hervorragendes Beispiel, wie Softwareunterstützung Menschenleben rettet.  

Organisation-Wandel-Angerer-2021.jpg

Die Organisation auf den Wandel vorbereiten (Angerer. A. (2021), New Healthcare Management, MWV)

Siemens Healthineers Summit Jan Gralla

Referent: Prof. Dr. med. Jan Gralla, Chefarzt und Direktor der Diagnostischen und Interventionellen Neuroradiologie, Inselspital Bern 

In seinem Beitrag über die technologischen Fortschritte bei der Behandlung des Akutschlaganfalls erläuterte Prof. Dr. Gralla, dass Akutschlaganfälle 15.000 Menschen jährlich in der Schweiz betreffen und es die dritthäufigste Todesursache sei. Beim Schlaganfall gilt: Time is brain. Hier liefert die Technologie mit massiv gestiegener Speicherkapazität und Computerleistung wertvolle Unterstützung für die Neuroradiologie und das gesamte Behandlungsteam.  

  • Deep Learning hat massgeblich dazu beigetragen, die Vorhersage von Läsionen zu verbessern.
  • Bildgebung direkt in der Angiographie, zukünftig ggf. mit KI-unterstützter Auswertung, verkürzt Spitalprozesse und verbessert so die Überlebenschance von Patientinnen und Patienten bzw. die Prognose für eine Erholung ohne schwere bleibende Schäden.
  • Perspektivisch bieten „Robotic Interventions“ das Potenzial, Patientinnen und Patienten in entlegenen Regionen auf hohem Niveau zu versorgen. Auch andere Remote Services wie Tele-Radiologie und Tele-Consulting dürften in Zukunft eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung der Patientenerfahrung und -versorgung spielen.
Annamaria Müller

Referentin: Annamaria Müller, Verwaltungsratspräsidentin des Freiburger Spitals (HFR) & Inhaberin Amidea GmbH – New Health Care Solutions 

Die heutige Patientenjourney gleicht einem Flipperkasten – so die Analyse von Annamaria Müller. Die Gesundheitsdienstleister seien zwar untereinander halbwegs koordiniert, von einer integrierten Versorgung mit Absprachen und einer gemeinsamen Planung seien wir aber noch weit entfernt. Zu sehr sähen die einzelnen Akteure das Gegenüber als „ihren Patienten“ statt als „unseren Patienten“. Silodenken werde mit dieser Einstellung nicht aufgebrochen.  

Müller plädiert dafür, die Patientin und den Patienten stärker einzubeziehen, das Gegenüber sei Co-Produzent einer gemeinsamen Lösung mit dem Ziel, die Krankheitslast zu verringern. Es geht Müller um Mitwirkung, Mitbestimmung und Mitverantwortung aller Akteure, zu denen auch der Sozialbereich gehöre. Um ein Miteinander auf Augenhöhe in der Praxis zu ermöglichen, seien geänderte finanzielle Anreize nötig, belohnt werde müsse die Abgeltung des Versorgungsauftrags im Verbund.  

Essenziell sei es, Köpfe und Herzen der beteiligten Partner zu gewinnen, um Vorbehalte abzubauen – kaum jemand rufe Hurra, wenn es um Veränderung gehe. Die Vorteile müssen kontinuierlich und klar kommuniziert werden.  

PD. Dr. med. Angelika Hammerer-Lercher

Referentin: PD Dr. med. Angelika Hammerer-Lercher, Chefärztin und Institutsleiterin Labormedizin, Kantonsspital Aarau 

Dr. Hammerer-Lerchers Beitrag lieferte Einblicke in die Komplexität eines Neubauprojekts. Der Umzug des Instituts für Labormedizin am KSA war ein Meilenstein in der 100jährigen Geschichte des Instituts, bis anhin war die moderne Labordiagnostik gefangen in alten Strukturen. Prozesse wurden im Zuge des Neubaus neu gedacht und fachübergreifend zusammengeführt, Schnittstellen wurden so deutlich reduziert. Alle Laborbereiche finden sich nun unter einem Dach - eine grossartige Teamleistung, wie Hammerer-Lercher betont. Die offene Laborstrasse ermöglicht zudem die Anbindung von Geräten verschiedener Hersteller und damit grosse Flexibilität. Ein „Kühlschrankmodul“ ermöglich einen noch höheren Grad der Automatisierung bei der Probensuche und Bestimmung nachträglich verordneter Laborparameter. 

Jährlich führt das Institut 3.2 Millionen Analysen durch, die Pandemie erhöhte die Anforderungen an das Labor nochmals deutlich. Durch den Neubau profieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von kürzeren Wegen und sparen damit Zeit. Zeitgleich wurde die Digitalisierung vorangetrieben und so Papierarchiv deutlich reduziert. In der Immunologie beispielsweise konnten 26 Meter Papierarchiv auf 30cm reduziert werden. Eine grosse Motivation für das Team, Innovationen auch in Zukunft mit Tatkraft und Zuversicht zu begleiten.  

Transformation-Teamarbeit-KSA.jpg

Transformation ist Teamarbeit – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Labormedizin am KSA

Dr. Philippe Widmer - Siemens Healthineers Summit

Referent: Dr. Philippe Widmer, Stv. Spitaldirektor, Spital Limmattal 

Triff Entscheidungen, bevor sie dich treffen – so lässt sich die Lektion von Dr. Widmer zusammenfassen. 2019 wurde das Spital Limmattal mit der Malware Emotet attackiert. Eine Gefahr für Patientinnen und Patienten bestand dabei nicht, da der Angriff frühzeitig erkannt wurde und sich die Malware nicht im System ausbreiten konnte. Dies gelang nur Dank grossem personellen Engagement und der Zusammenarbeit mit verschiedensten Spezialistinnen und Spezialisten. Es konnten durch den Angriff einige Verbesserungspotenziale identifiziert werden, die seit dem Angriff implementiert wurden. Wichtigstes Merkmal dabei ist die laufende Sensibilisierung und kontinuierliche Schulung der Mitarbeitenden, da über 90% der Angriffe über E-Mail erfolgen. 

Martin Fiedler

Referent: Prof. Dr. Martin Fiedler, Ärztlicher Direktor Inselspital und Leiter des Zentrums für Labormedizin 

Laut Prof. Dr. Fiedler ist nichts so beständig wie der Wandel, gerade für ein Haus mit so langer Geschichte wie dem Inselspital. Zur Insel-Gruppe gehören inzwischen 40 Kliniken und Institute und wie alle Organisationen dieser Komplexität ist Transformation an der Tagesordnung. Dabei sieht er die Ökonomisierung durchaus auch als Triebfeder von Innovationen und die Ideen der Jungen als Anti-Aging-Programm gegen das Verharren im Silodenken der Vergangenheit.   

Fiedler präsentierte die Initiativen der Insel-Gruppe, um die Digitale Transformation zu realisieren und betont, dass diese nur auf dem Boden einer vorausgehenden Transformation der Infrastruktur, der Organisation und der Prozesse gelingen kann. Neben dem Bau neuer Gebäude, gilt es im Rahmen der Reorganisationsentwicklung Klinik- und Institutssilos zu reduzieren, um auf diese Weise die Voraussetzungen für schlanke Patientenprozesse zu schaffen. Nur so wird in Zukunft das neue klinische Informationssystem EPIC seine Digitalisierungspotentiale voll entfalten können. Darüber hinaus schildert Fiedler, wie ausgehend von Omics-Plattformen und der Biobank Bern in kurzer Zeit eine ganze Reihe neuer Zentren für die Entwicklung der „Digitalen Medizin“ am Medizinalstandort Bern entstanden ist.   

Bei aller Innovation und Veränderung darf es natürlich menscheln, wenn alle immer zufrieden sind, macht die Direktion irgendetwas falsch, so Fiedler.