Autoimmunkrankheiten bei Frauen

Women and Autoimmune Disease

Autoimmunkrankheiten sind Erkrankungen, bei welchen das Immunsystem fälschlicherweise gesundes Körpergewebe angreift und zerstört. Mehr als 80 verschiedene Arten von Autoimmunkrankheiten sind bekannt und sie wirken sich auf beinahe jedes wichtige Organsystem im Körper aus.1

Es wird angenommen, dass erbliche, genetische und umweltbedingte Auslöser zu Autoimmunkrankheiten führen können, und während genaue Statistiken zur globalen Prävalenz von Autoimmunkrankheiten bei Frauen schwierig zu erstellen sind, wird angenommen, dass sie eine signifikante Ursache von chronischen Krankheiten und Todesfällen sind.2
 

Autoimmunkrankheiten betreffen Frauen unverhältnismässig oft. Allein in den USA leiden 8% der Bevölkerung an Autoimmunkrankheiten, davon sind 78% Frauen.3 Ein Beispiel für eine Autoimmunkrankheit, die Frauen mehr betrifft als Männer, ist rheumatoide Arthritis.

  • Mehrere Berichte haben gezeigt, dass Autoimmunkrankheiten 5–10% der Bevölkerung in den Industrienationen betreffen.2
  • Weibliche Sexualhormone werden als Umweltauslöser von Autoimmunkrankheiten aufgelistet.2
  • Autoimmunkrankheiten stehen unter den Top-10 der Todesursachen bei Frauen im Alter von 65 Jahren oder jünger.2

Risikofaktoren

Die Inzidenz von rheumatoider Arthritis (RA) ist typischerweise bei Frauen zwei- bis dreimal höher als bei Männern. Der Beginn von RA ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern zwischen 60 und 70 am höchsten.

Einige Personen sind genetisch anfällig für die Entwicklung von Autoimmunkrankheiten. Diese Anfälligkeit ist mit mehreren Genen und anderen Risikofaktoren verknüpft. Bei vielen Autoimmunkrankheiten werden drei Gengruppen verdächtigt, die verbunden sind mit:4

  • Immunglobulinen
  • T-Zell-Rezeptoren
  • Wichtigen Histokompatibilitätskomplexen (d.h. humanes Leukozyten-Antigen(HLA)-System)

Obwohl in Familien eine Veranlagung für Autoimmunkrankheiten bestehen kann, können manche Familienmitglieder von anderen Erkrankungen betroffen sein; z.B. kann eine Person Diabetes entwickeln, während eine andere rheumatoide Arthritis hat.5

Einige modifizierbare Risikofaktoren wurden in Verbindung mit RA untersucht, einschliesslich Sexualhormonexposition, Rauchen, Ernährungsfaktoren und mikrobielle Expositionen.

Unter allen Risikofaktoren besteht der stärkste und konsistenteste Nachweis für eine Verbindung zwischen Rauchen und RA. Rauchen ist mit einem leicht bis moderat (1.3 - 2.4 Mal) erhöhten Risiko für den Beginn einer RA assoziiert. Die Verbindung zwischen Rauchen und RA ist am stärksten bei Menschen, die ACPA-positiv sind (Antikörper gegen anti-citrullierte Proteine/Peptide), ein Marker für Autoimmunaktivität.

Mit der Reproduktion in Verbindung stehende Hormone wurden intensiv als mögliche Risikofaktoren für RA untersucht.

  1. Orale Kontrazeptiva (OK): Frühe Studien haben gezeigt, dass Frauen, die stets OK angewendet haben, ein leicht bis moderat verringertes Risiko für RA hatten. Das verringerte Risiko wurde jedoch von neueren Studien nicht bestätigt. Die Östrogenkonzentration von derzeitigen OK ist typischerweise 80-90% geringer als bei den ersten OK in den 1960er Jahren, was die mangelnde Übereinstimmung mit neueren Studien erklären kann.
  2. Hormonersatztherapie (HET): Es gibt unterschiedliche Nachweise für eine Verbindung zwischen HET und dem Beginn einer RA.
  3. Lebendgeburt: Die meisten Studien zeigten, dass bei Frauen, die nie eine Lebendgeburt hatten, ein leicht bis moderat erhöhtes RA-Risiko besteht.
  4. Stillen: Neuere bevölkerungsbasierte Studien zeigten, dass RA bei stillenden Frauen seltener ist.
  5. Menstruation: Mindestens zwei Studien haben beobachtet, dass Frauen mit unregelmässiger Periode oder einer verkürzten Menstruationszeit (z.B. frühe Menopause) ein erhöhtes RA-Risiko haben.6

Symptome

Anzeichen und Symptome für rheumatoide Arthritis (RA) können folgendes umfassen:

  • Empfindliche, warme, geschwollene Gelenke
  • Steifheit am Morgen, die für Stunden andauern kann
  • Kleine Gewebeknoten unter der Haut an den Armen (Rheumaknoten)
  • Erschöpfung, Fieber und Gewichtsverlust

Frühe RA scheint erst die kleineren Gelenke zu befallen - besonders die Gelenke zwischen Fingern und Hand sowie zwischen Zehen und Füssen.
Wenn die Krankheit fortschreitet, dehnen sich die Symptome oft auf Knie, Fussgelenke, Ellbogen, Hüfte und Schultern aus. In den meisten Fällen treten die Symptome in denselben Gelenken auf beiden Seiten des Körpers auf.
Anzeichen und Symptome für RA können sich hinsichtlich des Schweregrads unterscheiden und können kommen und gehen. Perioden mit erhöhter Krankheitsaktivität, so genanntes Aufflammen, wechseln sich mit Perioden einer relativen Remission ab, wobei die Schwellungen und Schmerzen zurückgehen oder verschwinden. Mit der Zeit verursacht RA Gelenkdeformationen und -verschiebungen.7

Lösungen

Um die Belastung durch Autoimmunkrankheiten bei Frauen zu reduzieren, bedarf es folgendes:

  • Kenntnis der Risikofaktoren
  • Schnelle, exakte Diagnosen, wenn Symptome auftreten
  • Einführung geeigneter Therapien
  • Therapiemonitoring

Diagnostiktests im Labor spielen bei der Betreuung von Frauen mit Autoimmunkrankheiten eine wesentliche Rolle. Die umfassenden Lösungen von Siemens begleiten den gesamten Verlauf einer Autoimmunkrankheit, einschliesslich des frühen Nachweises von rheumatoider Arthritis. Zusätzlich unterstützen unsere IT-Lösungen für den Gesundheitsbereich den Datenaustausch, um informierte Entscheidungen treffen zu können.


 

Andere Siemens-Systeme

Diagnose

 

 

 

 

 

 

 

Anti-CCP

 

 

 

 

 

X

 

Rheumafaktor

X

X

X*

X*

X

 

X

C-reaktives Protein

X

X

X

X

X

X

X

AST

X

X

X

X

X

 

 

ALT

X

X

X

X

X

 

 

ALP

X

X

X

X

X

 

 

GGT

X

X

X

X

X

 

 

Entzündungsmarker

 

 

 

 

 

X

 

CBC mit Ausstrich

 

 

 

 

 

 

X

1
2
3
4
5
6
7