Helga und Ingo von Garnier

Selbstbestimmt leben trotz HerzinsuffizienzTelemedizin für Sicherheit im eigenen Zuhause

08.10.2021

Herzinsuffizienz ist in Deutschland die häufigste Ursache für eine Krankenhauseinweisung. Neuere Studien zeigen, dass die Zahl stationärer Klinikaufenthalte dank einer vorsorglichen und engmaschigen telemedizinischen Betreuung deutlich verringert werden kann. Die Patient*innen bleiben dabei in ihrer gewohnten Umgebung und profitieren von der ärztlichen Begleitung aus der Ferne mit besserer Lebensqualität.

Ingo von Garnier gehört zu den mehr als 2,5 Millionen Herzinsuffizienz-Patient*innen in Deutschland. Im vergangenen Jahr musste er sich einer Operation am Herzen unterziehen, die lange Krankenhaus- und Reha-Aufenthalte zur Folge hatte. Ob er wieder selbständig zu Hause leben können würde, war zunächst ungewiss. „Es war eine schwere Zeit“, erinnert sich seine Frau Helga. „Um ihm weiterhin ein selbstbestimmtes und aktives Leben zu ermöglichen, war es wichtig, ihm die Möglichkeit einer häuslichen Betreuung zu ermöglichen. Mit dem Programm HerzConnect® hatten wir die Chance, ein normales Leben bei gleichzeitig hoher medizinischer Sicherheit zu führen.“ Die Erleichterung ist ihr deutlich anzumerken.

Herzinsuffizienz ist nicht heilbar, doch bei adäquater Therapie können Betroffene je nach Allgemeinzustand und Lebensstil ein weitgehend normales Leben führen. Entscheidend ist eine engmaschige medizinische Begleitung: Je früher im Fall von Zustandsverschlechterungen gehandelt wird, umso besser sind die Aussichten. Gerade für ältere oder bewegungseingeschränkte Patient*innen kann der Gang zum Arzt oder zur Ärztin – nicht nur in Zeiten einer Pandemie – jedoch eine große Hürde darstellen.

Als Teilnehmer des Programms HerzConnect® bleiben Ingo von Garnier diese Wege größtenteils erspart. Möglich gemacht wird es durch mobile telemedizinische Geräte und den regelmäßigen Telefonkontakt zum betreuenden Team am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, welches auch mit den behandelnden Ärzt*innen des*der Patient*in kommuniziert. Das eigenständige Messen der Vitalwerte sowie das Einpflegen in die Smartphone-App gehören zu seiner täglichen Routine. In die korrekte Handhabe von Smartphone, Blutdruckmessgerät, Körperwaage und EKG-Gerät wurden er und seine Frau zu Beginn des Programms ausführlich eingewiesen. Zudem steht das Paar in engem Kontakt mit den Expert*innen des Instituts für angewandte Telemedizin (IFAT) am HDZ NRW. „Ich gebe Bericht, und das Zentrum ist zufrieden – wie ich auch. Wir haben das alles so gut im Griff, dass ich bisher nicht wieder in ein Krankenhaus musste“, so Ingo von Garnier.
Zusätzlichen ärztlichen Rat erhält Ingo von Garnier auch von den Spezialist*innen des Zentrums für Herzinsuffizienz am HDZ NRW. Sie entscheiden auf Basis der erfassten Daten gemeinsam mit dem IFAT-Team darüber, welche therapeutischen Maßnahmen zu treffen sind und erkennen frühzeitig, ob womöglich doch ein Klinikaufenthalt für weiterführende Diagnostik oder Behandlung notwendig wird. Hauptansprechpartner bleiben dabei stehts die behandelnden Hausärzt*innen, die kontinuierlich über das IFAT informiert werden.
Dr. Daniel Dumitrescu
Die Kardiologin Dr. Denise Guckel hat das Telemonitoring von Ingo von Garnier von Anfang an ärztlich betreut. „Seit Beginn seiner Teilnahme zeigt Herr von Garnier einen sehr positiven Verlauf“, berichtet sie. „Durch frühzeitige Intervention bei gelegentlich auftretenden leichten Verschlechterungen seiner Vitaldaten konnte der Gesundheitszustand sehr gut stabilisiert werden.“ Auch die Lebensqualität habe sich spürbar gesteigert. Neben dem körperlichen Befinden geht es bei HerzConnect® auch um den allgemeinen Lebensstil.
Dr. med. Denise Guckel
Aus der regelmäßigen telefonischen Betreuung entwickelt sich zudem nicht selten ein besonderes Vertrauensverhältnis, das die Teilnehmenden auf beiden Seiten zu schätzen wissen. Das fördere nicht nur die Motivation, den Behandlungsplan einzuhalten und sich aktiv an der Krankheitsbewältigung zu beteiligen, sondern bewirke auch ein Gefühl von Sicherheit, berichtet Helga von Garnier: „Wir sind begeistert. Es ist eine große Beruhigung für mich, meinen Mann so gut betreut zu wissen und umfassend informiert zu sein.“
Das Telemedizin-Programm HerzConnect® ist im Rahmen einer Technologie-Partnerschaft zwischen Siemens Healthineers und dem Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, entstanden. Es basiert auf der Technologie des teamplay MyCare Companion von Siemens Healthineers. Über eine webbasierte Plattform, sowie eine Smartphone-App, können medizinisches Personal und Patient*innen relevante Gesundheitsinformationen austauschen.